Zweifel greift zur Importknolle Kartoffelkrise in der Chipstüte

In der Schweiz werden die Kartoffeln knapp. Chips-Hersteller wie Zweifel müssen deshalb jetzt auf Importware aus der EU zurückgreifen. Billiger werden die Knabber-Snacks deshalb aber nicht.

Begehrtes Produkt aus Kartoffeln: Zweifel steigert den Umsatz (Archiv) play
Zweifel und Co. müssen auf Importkartoffeln zurückgreifen. Schmecken tun die Chips trotzdem. Franco Greco

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Der Rekordsommer 2015 freute Badibetreiber und Glacéverkäufer. Für viele Bauern war er der Horror. Zu Heiss, zu trocken. Das hatte Folgen. Die Ernte etwa von Kartoffeln fiel mickrig aus. Konkret: Schweizer Bauern ernteten rund 20 Prozent weniger als in normalen Jahren.

Das bekommen jetzt die Chips-Produzenten zu spüren. «Den Engpass an Schweizer Kartoffeln müssen wir momentan mit dem Import ausländischer Kartoffeln überbrücken», bestätigt Zweifel-Chips-CEO Roger Harlacher gegenüber BLICK.

Nur noch 85 Prozent der verarbeiteten Herdöpfel stammen derzeit aus der Schweiz. Normalerweise sind es über 95 Prozent. Tendenz fallend. Und das vor der Grillsaison und der Fussball-EM 2016 in Frankreich, wo am meisten Chips umgesetzt werden.

«Vorübergehend ausländische Ernte»

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Zweifel informiert dieser Tage Konsumenten mit einem speziellen Kleber auf den Chips-Packungen (siehe Bild). «Vorübergehend ausländische Ernte», steht auf dem Sticker. Die Offenheit kommt offenbar gut an. «Die Kunden loben uns für unsere Transparenz», sagt Harlacher. Zweifel deckt sich ennet der Grenze in Frankreich, Belgien, Deutschland und Holland ein.

Billiger werden die Kartoffelsnacks dennoch nicht. «Mit der starken Nachfrage nach ausländischen Kartoffeln, bedingt durch schlechte Ernten, sind auch deren Preise entsprechend gestiegen», erklärt Harlacher. Dazu kommen zusätzliche Importzölle und höhere Transportkosten.

Die Situation werde sich erst mit der Ernte 2016 beruhigen. «Dann sollten wir unsere Chips wieder ausschliesslich aus Schweizer Kartoffeln herstellen können», sagt der Zweifel-Chef.

Entspannung im August

Auch die Bischofszell Nahrungsmittel AG, die Chips für Kunden wie die Migros produziert, ist vom Ernteausfall vom letzten Herbst betroffen. «Prioritär verarbeitet wir Schweizer Kartoffeln. Es werden jedoch bereits jetzt parallel Schweizer- und EU-Kartoffeln verarbeitet», sagt Sprecherin Corinne Harder zu BLICK.

Vor allem aus Deutschland und Frankreich. «Wir schätzen einen Importbedarf von rund 25 Prozent», sagt sie. Das ganze Kartoffelsortiment sei betroffen. Ausser Produkte, die explizit mit «Kartoffeln aus Schweizer Herkunft» angeschrieben sind. Mit einer Entspannung rechnet auch Harder erst im August. «Dann beginnt in der Schweiz das neue Kartoffeljahr», sagt sie.

Die Chips der Bischofszell Nahrungsmittel AG, die in den Regalen der Migros stehen, sind derzeit weiterhin aus Schweizer Kartoffeln hergestellt, wie eine Migros-Sprecherin sagt.

Publiziert am 09.03.2016 | Aktualisiert am 08.04.2016
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1 Kommentare
  • Michael  Oliver , via Facebook 09.03.2016
    ja es sind schon immer nicht alles schweizer kartoffeln gewesen, weil gewinn macht man nur wenn man im ausland einkauft :-) so schauts aus und der kleber kostet nur wieder geld :-)