Ölpest Zuger Bohrinsel-Firma hat schon 401 Millionen kassiert

  • Publiziert: 06.05.2010, Aktualisiert: 14.01.2012

ZUG – Nur wenige Tage nach der Katastrophe im Golf von Mexiko hat die Schweizer Plattform-Betreiberin Transocean schon Geld erhalten.

Kaum ist der Schaden angerichtet, erhält der Mitverursacher schon Millionen. Wir erinnern uns: Am 20. April bricht auf der Ölplattform «Deep Horizon» vor der US-Küste im Golf von Mexiko Feuer aus. Zwei Tage später versinkt die Plattform im Meer und löst eine der grössten Ölkatastrophen überhaupt aus.

Und bereits Anfang Mai erhält die Schweizer Plattform-Besitzerin und -Betreiberin der Plattform Millionen.

Plattform ist für Millionen versichert

Die in Zug ansässige Firma Transocean hatte ihre Tiefseeplattform über 560 Millionen Franken versichern lassen. Davon haben nun die Versicherungen bereits 401 Millionen bezahlt.

Auch Schweizer Versicherungskonzerne mussten massiv Geld abdrücken. Darunter auch zwei Schweizer Versicherer. Swiss Re rechnet mit 200 Millionen Franken – also fast die Hälfte. Und auf die Zürich kommen rund 20 Millionen zu.

Transocean hatte die Anlage an den Ölkonzern British Petroleum (BP) geleast, in dessen Auftrag die Ölbohrung dann erfolgte. Dieser Vertrag sei aufgrund des Vorfalls automatisch aufgelöst worden und hätte noch einen Auftragswert von rund 590 Millionen Dollar gehabt. Für diesen Einnahmenausfall ist Transocean nicht versichert.

BP will Transocean in die Pflicht nehmen

Gegen das Zuger Unternehmen sind eine Vielzahl von Klagen vor verschiedenen US-Bundesbezirksgerichten eingereicht worden, und Transocean rechnet sogar mit noch mehr.

Der Ölkonzern BP hat bereits erklärt, dass er für den entstandenen Schaden einstehen werde (Blick.ch berichtete).

Transocean steht aber möglicherweise auch in der Pflicht: Denn Transocean ist haftbar für Verletzungen oder Todesfälle bei der eigenen Belegschaft sowie unter anderem für Schäden an der Plattform und deren Ausrüstung.

BP will auf jeden Fall nicht der einzige Sündenbock sein: «Die Plattform gehörte Transocean und wurde von ihnen betrieben», hatte BP-Chef Tony Hayward am Montag gegenüber dem TV-Sender NBC gesagt. «Es ist ihre Ausrüstung, die kaputtgegangen ist.» (SDA, map)

play Die Zuger Firma Transocean bekam für die Havarie auf ihrer Ölplattform im Golf von Mexiko bereits Millionen von den Versicherungen. (Reuters)

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