Zürich-Bern für 10 Franken Schwämmleins schwammige Fernbus-Träume

ZÜRICH - Den Fernverkehr in Deutschland hat FlixBus bereits erobert. Nun bereitet sich Chef André Schwämmlein auf die Schweiz vor. Sein Traum: Zürich Bern für zehn Franken. Die SBB sind alarmiert.

Mit dem Bus zum Flug: Fernbus Flixbus bedient neu die Strecke Zürich - Basel - EuroAirport. (Archivbild) play
FlixBus prüft Verbindungen innerhalb der Schweiz. Walter Bieri

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Frontalangriff auf die SBB: FlixBus-Chef André Schwämmlein (34) möchte eine Verbindung zwischen Zürich und Bern anbieten. Zehn Franken soll die Fahrt kosten. Damit würde der Billigbus die Bahn um mehr als die Hälfte unterbieten. Für ein Zug-Ticket bezahlen Passagiere 25 Franken für eine Strecke – mit Halbtax-Abo.

Noch ist Schwämmleins Idee ein Traum. Der könnte aber Realität werden. Denn vor zwei Wochen verkündete Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr (BAV), dass Bewilligungen für Fernbus-Linien innerhalb der Schweiz kein Tabu seien.

André Schwämmlein, Chef und Mitbegründer von Flixbus. play
André Schwämmlein, Chef und Mitbegründer von Flixbus. zvg

Bei FlixBus horchte man auf: «Wir nehmen die Offenheit des BAV zum Anlass, innerschweizerische Verbindungen seriös zu prüfen», sagt Schwämmlein gegenüber der «Bilanz». Eigentlich hätten sie abwarten wollen, bis die Schweiz den öffentlichen Fernverkehr liberalisiere – so wie Deutschland. 

Aufgrund des Kabotageverbots darf FlixBus in der Schweiz nur grenzüberschreitende Fahrten anbieten. Laut BAV-Direktor Füglistaler sind aber nationale Busverbindungen mit dem bestehenden Recht grundsätzlich möglich.

SBB würden sich wehren

Bei den SBB läuten die Alarmglocken: «Bei einem Busangebot Bern-Zürich wäre mit erheblichen Erlösverlusten zu rechnen. Dieses Geld würde im Fernverkehr fehlen, um den Betrieb nicht kostendeckender Linien ausgleichen zu können», sagt ein SBB-Sprecher zur «Bilanz».

Widerstand ist vorprogrammiert: Möchte FlixBus eine SBB-Linie konkurrieren, bräuchte er vom BAV eine Konzession. Dafür müsste das Bundesamt bei den Kantonen und den SBB eine Stellungnahme einholen. Die SBB würden sich wehren. Sie könnten den Fall bis vor Bundesgericht ziehen.

FlixBus steht also ein steiniger Weg bevor. Zudem ist fraglich, wie gefährlich sie den SBB auf der Linie Zürich-Bern überhaupt werden könnten. Für die Strecke braucht die Bahn knapp eine Stunde. Ein Bus bräuchte auf der staugeplagten A1 mindestens eineinhalb Stunden. Zudem hält der FlixBus in Bern ausserhalb des Stadtzentrums. Passagiere müssen vom Car-Terminal Neufeld noch auf einen Linienbus umsteigen.

Publiziert am 07.10.2016 | Aktualisiert am 12.01.2017
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  • Eduard  Stirnimann aus Zug
    05.12.2016
    Niemals würde ich einem Busfahrer mein Leben anvertrauen. Die Strassen sind sowiso überlastet. Es ist schon schlimm, dass es Leute gibt, die es nicht mal nötig hätten, und doch alles möglichst gratis haben wollen. Ganz abgesehen von den wenig betuchten, die man aber ünterstützen sollte.
  • Rolf  Gerber aus Zürich
    09.10.2016
    Es gibt hier anscheinend doch einige die Profite weniger über das Wohl vieler stellen. Dann seid bitte so ehrlich und erlaubt der SBB auch nur noch die rentablen Strecken zu bedienen. Glaubt mir, da werden die Tickets auch günstiger. Wer aber bezahlt den noch grösseren wirtschaftlichen Schaden der durch die dann entstehenden Staus resultieren? Umwelt? Was kostet eigentlich der Flexbus nach Klosters? Egal, die dort sind ja selber Schuld dass sie in den Bergen wohnen.
  • Reinhard  Schnider 09.10.2016
    Noch mehr Verkehr auf dieser Autobahn und dass mit D-Kontrollschild! Für mich keine gutes Angebot und der Service in diesen Fernbussen ist alles andere als Komfortabel!!! Fern und Flixbusse sollte in der Schweiz verboten sein genau so wie UBER Taxis
    • Urs  Meier 09.10.2016
      Wo wären wir heute, oder wo kommen wir hin, wenn immer alles was einem nicht in den Kram passt verboten werden soll? Schlussendlich läuft das auf eine Entmündigung des Volkes raus. Das kann ja doch auch nicht in Ihrem Sinne sein.
  • Fliederotto  Silkonbort aus Rheintal
    08.10.2016
    Und wie alle müssen auch die Grünen rollstuhlgängig sein. Genau, nicht als Wunsch sondern als Pflicht.
  • Peter  Antenen aus Witzenhausen
    08.10.2016
    Wer heute gezwungenermassen mit dem öV von Bern nach Zürich muss, hat nur die SBB zur Auswahl und muss folglich deren Preise bezahlen. Als Autofahrer kann man wenigstens zwischen Bahn und Auto wählen. Im Sinn eines breiteren Marktes bzw. Konkurrenz wäre eine Alternative zur Bahn mit Bus sicher zu begrüssen. Natürlich benötigt der Bus mehr Fahrzeit. Das Ganze soll so sein wie beim Einkauf, wer es billiger mit weniger Service haben will, sollte auch die Möglichkeit dazu haben.
    • Xaver  Arnet 08.10.2016
      @Lieber Peter Antenen: Mit Ihren irrwitzigen Ideen bringen Sie den ganzen SERVICE PUBLIC durcheinander. Was für bezahlbare Alternativen hätte dann einer von Wolhusen nach Escholzmatt oder von Läufelfingen nach Sissach etc.? Anbieter mit Discountpreisen auf den Hauptverkehrsachsen findet man sofort. Wie ist es aber mit der Bedienung von Nebenstrecken und den Randregionen? Halten wir Sorge zu unserem föderalistischen, solidarischen Staatssystem, welches das Fundament für den Landesfrieden bildet.
    • Peter  Antenen aus Witzenhausen
      09.10.2016
      Sehr geehrter Herr Arnet Ich stimme Ihnen vollumfänglich zu, Randregionen hätten wohl das Nachsehen und würden nicht profitieren können. Nur warum muss man heute auf gewissen Strecken versteckte Zuschläge entrichten? Einzig darum um die teure Infrastruktur finanzieren zu können. Wer es billiger und damit weniger luxuriös haben will, dem sollte man auch die Möglichkeit dazu geben. Hier liegt das Problem, es müssen Leute mitbezahlen, die mit weniger Luxus auch leben könnten.