Weil der IWF-Präsident festgenommen wurde, sank bei Börsenstart der Eurokurs. Auch die Griechenland-Rettung drohte zu scheitern.
Verhindert die Sex-Affäre um den Währungsfonds-Präsident Dominique Strauss-Kahn einen weiteren Rettungskredit für Griechenland? Am Morgen sah es ganz so aus. Zum Börsenstart sank der Euro auf 1,4046 US-Dollar. Zudem wurden Stimmen laut, die das Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel in Frage stellten.
Denn ohne Strauss-Kahn, der beim Schnüren des Hilfspaketes für die angeschlagenen Länder Portugal und Griechenland eine wichtige Rolle spielt, könne das Treffen nicht stattfinden. Griechenland warnte bereits am Sonntagabend, dass Strauss-Kahns Verhaftung das Rettungspaket verzögern könnte.
Danach musste der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble beruhigen: «Die Lösung der Probleme ist dadurch nicht belastet», sagte er in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin». Der IWF sei «voll arbeitsfähig».
Die Unsicherheit war dennoch gross. Der Euro sank und Kritiker warnten, dass es keinen Ersatz für Strauss-Kahn gebe. Die EU musste beruhigen: «Die Kontinuität beim IWF ist gesichert, daran gibt es keinen Zweifel», sagte ein EU-Sprecher.
Am Nachmittag begannen die Gespräche zwischen den EU-Finanzministern und dem Währungsfonds. Strauss-Kahn wurde von der Vize-Generaldirektorin Nemat Shafik vertreten. Die Ägypterin hat den Vize-Posten erst vor gut einem Monat angetreten.
Schliesslich erholte sich auch der Euro wieder. Am Nachmittag stieg er sogar auf 1,418 Dollar. (alp)
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IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn bei seiner Verhaftung am Wochenende in New York. (sda)
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