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Zwischen 15 und 30 Prozent aller Einnahmen aus den Strafsteuern, die dem Staat zufliessen – so hoch ist die Belohnung, die Amerika bei der Jagd nach Steuersündern verspricht. Schwärzt man zum Beispiel einen reichen US-Bürger an, der 10 Millionen nachzahlen muss hat, locken 1,5 bis 3 Millionen für den sogenannten Whistleblower, der den Steuerfahndern den entscheidenden Tipp gegeben hat.
Das Anschwärzen ist inzwischen zum Geschäft geworden. Und jetzt steigen laut der angesehenen «New York Times» sogar Banken, Hedgefonds und Investmentgesellschaften ein.
Whistleblower Birkenfeld
Und so funktioniert der Deal: Weil der Whistleblower jeweils lange auf seine Belohnung warten muss, bieten ihm die Investoren eine fixe Summe an – und zwar rund 40 Prozent der zu erwartenden Prämie. Zahlt der Staat später tatsächlich, streicht der Investor die anderen 60 Prozent als Gewinn ein. Zahlt der Staat nicht, verlieren sie die Summe, die sie dem Anschwärzer vorgeschossen haben.
Der bekannteste Whistleblower ist der Ex-UBS-Angestellte . Für die amerikanische Steuerbehörde war keiner so hilfreich und einträglich wie er. Mit seinen Aussagen hat er nicht nur seinen ehemaligen Kunden, sondern die ganze UBS der US-Justiz ausgeliefert.
CS wollte auch ein Stück vom Denunziantenkuchen
Seit Januar sitzt er in den USA wegen Beihilfe zum Steuerbetrug eine 40-monatige Haftstrafe ab. Und hofft auf Geld. Viel Geld. Denn wegen ihm musste die UBS in den USA Schadenersatz von 780 Millionen Dollar abdrücken. Und wegen ihm erwartet der Staat zusätzliche Steuereinnahmen in Milliardenhöhe.
Brisant: Laut der «New York Times» wollte auch die Credit Suisse im Geschäft mit Whistleblower-Prämien mitmischen! Die Zeitung beruft sich auf einen Anwalt, der an Verhandlungen zwischen Informant und Bank beteiligt gewesen sein soll. Hat am Ende die CS, die selbst wegen Schwarzgeld-Deals am Pranger steht, dem prominenten UBS-Verräter ein Millionenangebot gemacht?
Gegenüber der «New York Times» sagte ein CS-Sprecher, die Bank habe keinen Deal abgeschlossen und sei auch nicht länger daran interessiert.