Geld-Serie Teil 3 Wohneigentum: Lohnt sich das?

  • Publiziert: 28.12.2007, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Matthias Pfander

ZÜRICH – Trautes Heim, Glück allein, sagt der Volksmund. Aber lohnt es sich auch finanziell? Und ist es überhaupt eine Vorsorge fürs Alter?

Klar, mit Aktien lässt sich rasch viel Geld verdienen. Wenn man die Summe genug lange liegen lassen kann und zu einem guten Zeitpunkt kauft und verkauft.

Das eigene Haus lockt nicht mit einer Traumrendite. Aber es ist eine sichere Anlage. Geld verloren haben mit Häusern nur jene, die Ende der 80er-Jahre ein Haus kauften. Damals blähte sich eine Immobilienblase, und die Preise waren übertrieben hoch. Die Kosten fürs Bauen und die Grundstückspreise an begehrten Lagen steigen zwar im Moment: «Wenn man sein Traumobjekt gefunden hat, gibt es keinen Grund zu warten», sagt Dieter Marmet von der Immobilienberatungsfirma Wüest & Partner.

Ist es soweit, stellt sich auch gleich die Frage nach der Finanzierung. Die beiden wichtigsten Grundregeln: 20 Prozent des Kaufpreises muss man selbst beisteuern. Dazu kann man auch das Geld aus der Pensionskasse einsetzen. Und: Die monatliche Belastung sollte nicht höher sein als ein Drittel des Einkommens (siehe Tabelle rechts).

Nimmt man die 320000 Franken Fremdkapital in unserem Beispiel bei der Bank als Hypothek auf, steht die nächste Entscheidung an: fest oder variabel? Bei einer Festhypothek bleibt der Zins über eine fixierte Anzahl Jahre gleich. Fallen die Zinsen in dieser Zeit, bezahlt man also zu viel. Steigen sie, profitiert man. Bei einer variablen Hypothek bezahlt man hingegen immer den aktuellen Zins, der ist jedoch mindestens 0,5 Prozent höher als der Zins der Festhypothek.

«Nie alles auf ein Pferd setzen, und eine Gewichtung vornehmen», sagt Lorenz Heim vom Hypothekenzentrum. Das heisst: Bei stark steigenden Zinsen den Anteil der Festhypotheken auf zwei Drittel erhöhen und die variablen Hypotheken zurückfahren. Bei sinkenden Zinsen genau umgekehrt.

Ist das Haus unter Dach und Fach, geht es ans Amortisieren der Hypothek.

Jedes Jahr reduziert sich in unserem Beispiel die Summe der 2. Hypothek um 2800 Franken, und der Zins um 154 Franken.

Amortisieren kann man die Hypotheken auch indirekt über die Säule 3a. So reduziert sich zwar während dem Abzahlen die monatliche Belastung nicht. Dafür spart man so Steuern.

Landläufig gilt zudem die Meinung: Die Hypothek ganz abzuzahlen, lohnt sich nicht. Auch um Steuern zu sparen.

Steuerexperte Franz-Peter Bissig von der Wirtschaftsprüfungsfirma Blamer-Etienne trifft aber in der Praxis häufig auf Fälle, in denen das nicht zutrifft: «100000 Franken auf ein Konto mit kleinem Zins zu legen und gleichzeitig den Zins für eine Hypothek über 100000 Franken zu zahlen, lohnt sich nicht. Auch steuerbereinigt.»

Modellrechnung

Kaufpreis 420000
20% Eigenkapital 84000
Fremdfinanzierung 336000
1. Hypothek280000
2. Hypothek56000
Belastung
Zins 1. Hypothek 4,5%12600
Zins 2. Hypothek 5,5%3080
Amortisation 2. Hypothek
über 20 Jahre2800
Unterhaltskosten 1)4200
Belastung pro Jahr 22680
Belastung pro Monat 1890
Erforderliches Einkommen
pro Monat 2)5670

1) 0.5 bis 1% des Kaufpreises
2) 2006 lag die Hälfte der Schweizer Löhne über 5674 Franken (Medianlohn).

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