Gold, Devisen, Obligationen oder Aktien? Wo sich dieses Jahr das Geld vermehren lässt

  • Publiziert: 03.01.2012, Aktualisiert: 24.01.2012
  • Von Philipp Albrecht

Was bringt das Börsenjahr 2012? Drei Experten schauen exklusiv für Blick.ch in die Zukunft.

Im vergangenen Jahr erfuhren die Aktienmärkte ein hypernervöses Auf und Ab. Unter dem Strich ging es an fast allen Börsen abwärts. Der Schweizer Leitindex SMI verlor 2011 fast acht Prozent an Wert. Nur zwei Titel – Roche und Synthes – konnten letztes Jahr zulegen. Gleichzeitig stieg der Goldwert von 1415 auf 1568 Dollar – fast 11 Prozent Plus!

Die drei von Blick.ch befragten Experten sehen 2012 noch keinen Silberstreifen am Horizont. Vor allem bei Aktien und Obligationen: «Wir empfehlen, kühlen Kopf zu bewahren und die Aktien noch nicht zu verkaufen», sagt Kurt Fuchs, Leiter Finanzen bei Postfinance.

«Keine Erholung der Aktienmärkte»

Auch ZKB-Chefökonom Anastassios Frangulidis ist vorsichtig: «In den ersten Monaten 2012 werden die schwache globale Konjunktur und die anhaltende Euro-Krise eine wesentliche Erholung der Aktienmärkte verhindern.»

«Cash-Guru» Alfred Herbert empfiehlt einzig in Roche, Swisscom, Zurich Financial, ABB und Syngenta zu investieren. Von Obligationen lässt er die Finger: «Heute sind Staatspapiere meist Schrott.»

«Hände weg vom Dollar»

Bei den Devisen Euro und Dollar wird sich nach Ansicht der drei Experten 2012 nicht viel tun. Alle sind der Meinung, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) die 1.20-Franken-Grenze zum Euro weiter wird verteidigen können. Herbert: «Falls das Eurodrama in die zweite Runde geht, wird die SNB arg unter Beschuss kommen. Freundlose Perspektiven!»

Und die US-Währung? «Ich lass die Hände weiterhin vom Dollar», sagt der «Cash-Guru». Dies obwohl es der amerikanischen Wirtschaft wieder etwas besser gehe. Auch Fuchs ist pessimistisch: «Zurzeit sehe ich nicht, dass der Dollar wieder erstarken könnte.» Nur ZKB-Chefökonom Frangulidis erwartet «wieder eine stärkere US-Devise».

Gold: Noch Platz nach oben

Uneinigkeit herrscht auch beim künftigen Goldpreis. Alfred Herbert frohlockt: «Mehr denn je der beste Substanzwert! Der jetzige Rückgang der Kurse – technisch bedingt – ist ein wahrer Glücksfall, um billig einzusteigen.» Das sieht auch Frangulidis so: «Der Nährboden für historisch hohe Goldpreise bleibt 2012 gedeihlich.»

Kurt Fuchs sieht für Gold indes Schwarz: In der unsicheren Zeit hat es einen enormen Aufschwung erlebt. Der Glanz des Goldes könnte allerdings demnächst etwas verblassen.»

Top 3

1 156-Mio-Busse! Weil BMW die Schweizer Kunden benachteiligtebullet
2 Grösser, besser, billiger? Rabatt-Schlacht im TV-Geschäftbullet
3 Wegelin-Fall US-Richter nimmt Raiffeisen ins Visierbullet

Wirtschaft