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Der ehemalige CS-Chef und neue UBS-Chef Oswald Grübel äusserte sich auch als Pensionär immer wieder zu heute höchstbrisanten Themen rund um die Wirtschaft und Finanzen. Blick.ch hat einige Zitate aus Schweizer Medien zusammengetragen.
Das sagte Oswald Grübel im letzten Jahr zu den folgenden Themen:
März 2008: «Das Argument, dass trotz hoher Verluste kompetitiv bezahlt werden muss, um die Angestellten zu halten, hat keine Glaubwürdigkeit, wenn alle Verluste gemacht haben.»
Oktober 2008: «Künftig sollen Boni nur noch bezahlt werden, wenn die Firma einen Nettoprofit hat.»
November 2008: «Viele Zahlungen wurden ohne echte Leistungen garantiert.»
Allerdings trug Grübel als Chef des CS-Private-Banking zur Explosion des Lohnniveaus bei. Dabei profitierte er selbst auch immer von grosszügigen Salärpaketen. In den besten Zeiten verdiente er ein Jahresgehalt in zweistelliger Millionenhöhe. Sein Lohn als neuer UBS-Chef fällt mit drei Millionen Franken merklich bescheidener aus.
Dezember 20008: «Ich halte nicht viel von nachträglichen Lohnrückzahlungen. Ich halte mehr davon, die Sachen von Anfang an richtig zu machen.»
Oktober 2008: «Ich erwarte, dass der Markt in den nächsten sechs bis neun Monaten 30 Prozent oder mehr steigen wird.»
Dezember 2008: «Ich habe nicht vorausgesehen, dass die Märkte so stark fallen und wie sich das auf die ganze Wirtschaft auswirkt. Dass es gehen würde wie in der Chaostheorie: Der Flügelschlag eines Schmetterlings löst ein Orkan aus, der die ganze Welt erfasst.»
September 2008: «UBS und CS sind im Vergleich zu den internationalen Banken sehr gut kapitalisiert und brauchen kein neues Kapital»
Einen Monat später mussten Bund und Notenbank der UBS mit 60 Milliarden Franken unter die Arme greifen.
Oktober 2008: «Das Management, der Verwaltungsrat und die Bankenaufsicht haben die Lage von Anfang an immer wieder falsch eingeschätzt. Wenn ein Management das eigene Geschäft wiederholt derart falsch einschätzt, muss man sich fragen, wie gut es ist. Aber nicht nur das Management, auch die Aufsicht hat versagt. Die UBS wurde noch vor zwei Jahren als Massstab für alle Banken hingestellt.»
Dezember 2008: «Die Bankenkommission sollte besser über die Banken Bescheid wissen. Die Aufsicht muss personell besser bestückt werden.»
Dezember 2008: «Wir werden in Sippenhaft genommen. Das Ausland sieht, dass der Schweizer Bankenplatz angeschlagen ist, und versucht, so viel Geld wie möglich aus der Schweiz herauszulocken. Das ist harter Wettbewerb, da dürfen wir uns nichts vormachen.»
«Wir müssen höllisch aufpassen, dass die Banken – auch mit Hilfe des Staates – sicher bleiben. Wir sollten der Welt ein Beispiel setzen, wie man einen Finanzplatz reguliert, und aufhören mit Schuldzuweisungen. Von der Vergangenheitsbewältigung können wir nicht leben.»
«Die grösste Eigenschaft eines Bankers ist es, sein ganzes Geschäft zu kennen. Und wie wir in der Krise festgestellt haben, gab es nur wenige, die es wirklich kannten.»
Dezember 2008: «Wir sollten für unseren Finanzplatz werben und der Welt unser Bankgeheimnis besser erklären. Schweigen wird heute als Schuldeingeständnis ausgelegt.»
«Wenn wir zulassen, dass Schweizer Banken im Ausland gegen dort geltende Gesetze verstossen, kommt die Sache halt eben auf uns zurück.»
März 2008: «Die grösste Gefahr für das globale Finanzsystem ist das Fehlen einer geregelten internationalen Zusammenarbeit der Zentralbanken und Aufsichtsbehören. Die Gesetzgebungen müssten den Anforderungen des globalen Finanzsystems angepasst werden.»
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Oswald Grübel. (Keystone)