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Der Countdown auf swiraa.ch läuft. Gerade mal 11 Rappen sind für ein neues iPhone 3G S zum Listenpreis von 799 Franken geboten. Ein lockendes Angebot für Schnäppchenjäger!
Irgendwo muss da doch ein Haken sein. Und tatsächlich unterscheidet sich der Kaufvorgang prinzipiell von Internet-Auktionären wie Ebay oder Ricardo. Pro Gebot auf Swiraa zahlt ein Teilnehmer jeweils 75 Rappen, dabei erhöht er den Kaufpreis aber bloss um 1 Rappen. Zusätzlich wird die Dauer des Angebots um weitere 30 Sekunden verlängert.
Swiraa kassiert Dreifaches des Ladenpreises
Diese Masche beschert der Swiraa einen fetten Gewinn. Die Rechnung geht so: Wenn der glückliche Höchstbietende eine Playstation 3 Spielkonsole für den Schnäppchenpreis von 19.90 Franken kauft, kassiert Swiraa insgesamt stolze 1485 Franken.
Denn bis der Preis von 19.90 Franken erreicht wird, gehen 1980 Gebote ein, die den Preis um je einen Rappen erhöhen. Weil das einzelne Gebot den Bieter aber 75 Rappen kostet, kommen für Swiraa 1980 mal 75 Rappen zusammen, minus 10 Rappen für das Startgebot.
Ein Bombengeschäft für Swiraa, denn im Laden gibt es die Playstation für weniger als 400 Franken. Der andere Profiteur des Geschäfts ist der Käufer – sofern er nicht selber 1000-mal mitbieten und damit 750 Franken investieren musste. Die anderen Bieter aber schiessen ihr Geld in den Ofen.
Von den Deutschen abgekupfert
Abgeschaut hat sich Swiraa dieses «Entertainment Shopping» bei der deutschen Internetplattform Swoopo. Seit Jahren versuchen deutsche Verbraucherschützer gegen solche Lockangebote anzugehen.
Der Vorwurf: Swoopo & Co. nützten mit extremen Rabattversprechen die Tendenz der Schnäppchen-Jäger aus, den Gesamtbetrag ihrer eingesetzten Geldbeträge massiv zu unterschätzen. Ein bekannter Mechanismus, der auch bei Spielsüchtigen vorkommt. In Internet-Foren warnen denn auch User vor solchen Tricks – und neuerdings auch Swiraa.
Swiraa warnt – im Kleingedruckten
Auf Anfrage sagt Andreas Tschöp vom Schweizer Konsumentenschutz: «Wenn nur wenige mitbieten, kann das für den Einzelnen teuer kommen.» Falls sich Beschwerden häufen, werde man mit Aufklärung und möglicherweise mit einer Beschwerde reagieren.
Wer einen Blick in das Kleingeschriebene der AGB von Swiraa wirft, liest Erstaunliches: «Das häufige Bieten auf www.Swiraa.com kann hohe Kosten mit sich führen.» Doch wer liest schon das Kleingedruckte, wenn ein iPhone für ein paar Franken lockt?