Wirtschaftspsychologe Christian Fichter «Viele kaufen Produkte, die sie nicht brauchen»

Der Black Friday sorgt im Detailhandel für Traumumsätze. Wirtschaftspsychologen Christian Fichter (45) erklärt die Tricks der Detailhändler.

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Christian Fichter (45), Wirtschaftspsychologe der Kalaidos Fachhochschule. ZVG

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BLICK: Hat Sie der Ansturm in den Läden und Online-Shops überrascht?
Christian Fichter: 
Keineswegs. Denn der Black Friday ist für den Konsumenten prinzipiell eine gute Sache. Wenn die Preise sinken und sich der Kunde den Kauf sorgfältig überlegt – etwa für Weihnachtsgeschenke –, ist Einkaufen am Black Friday absolut vernünftig. Allerdings gibt es viele, welche Produkte kaufen, die sie eigentlich nicht brauchen.

Wie tricksen Händler Kunden aus?
Detailhändler bauen Druck auf: Einerseits indem sie die Stückzahl limitieren, aber auch mit der zeitlichen Beschränkung. Denn Black Friday ist ja nur ein Tag im Jahr. Zudem gilt der Tag nach dem Erntedankfest als Feiertag für alle Schnäppchenjäger. Das führt zu Gruppendruck.

Wie viel Rabatt braucht es, damit ein Kunde bei einem Angebot zuschlägt?
Je höher der Preisabschlag, desto besser. Doch allein das Etikett Black Friday führt dazu, dass der Konsument glaubt, das Angebot sei besonders gut. Das ist nicht immer der Fall.  

Ist Black Friday lediglich ein fieser Marketing-Trick?
Man sollte Konsumenten vor unüberlegten Käufen schützen. Aber Werbung gehört heutzutage dazu. Wichtig ist, dass dem Kunden nichts Falsches versprochen wird und er nicht grundlos unter Druck gesetzt wird. Wer seine Ware künstlich verknappt, verhält sich alles andere als fair.

Wie kann sich der Kunde vor solchen Tricks schützen?
Der Konsument sollte sich bewusst sein, dass er bei Aktionen anfällig ist für schlechte Entscheidungen. Dem kann man entgegenwirken, indem man mit einem Einkaufszettel shoppen geht. Und machen wir uns nichts vor: Ohne Schnäppli ist das Leben genauso gut wie vorher.

Publiziert am 27.11.2016 | Aktualisiert am 01.12.2016
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7 Kommentare
  • Fritz  Frigorr 28.11.2016
    WOW! Was für eine neue Erkenntnis dieser Mann da verbreitet. Das wäre mir ansonsten nie aufgefallen, dass viele Menschen das ganze Jahr über massenhaft Plunder kaufen, den sie nie brauchen.
  • Annemarie   Setz 27.11.2016
    Erstens stehen die Kundinnen und Kunden unter Druck, wenn sich die Schnäppchenjagd nur auf einen Tag beschränkt. Zweitens heisst es, nur noch wenig Schnäppchen seien im Angebot, damit man rasch zugreifen muss. Und drittens - diese durchgestrichenen Preise von oben nach unten, wer glaubt eigentlich noch, dass das mit rechten Dingen zugeht. Die Dummen sind ja die, die die Sachen zum längst überhöhten Preis gekauft haben. Also ist es bei dieser Schnäppchenjagd wie immer: Der Verkäufer gewinnt
  • R  S aus St.Gallen
    27.11.2016
    Ich nenne mich ab sofort auch Wirtschaftspsychologe. Hammer Erkenntnis Herr Fichter. Ich wäre nie darauf gekommen, dass die Menschheit zum Teil Sachen kauft, die Sie nie oder selten braucht. Was wäre nur die Welt ohne Sie Herr Fichter.
  • Fridolin  Glarner-Walker aus Genf
    27.11.2016
    Da wird man mit den normalen Preisen wohl über den Tisch gezogen. A propos «Viele kaufen Produkte, die sie nicht brauchen», kann man noch hinzufügen «Mit Geld, das sie nicht haben und um Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen»
  • Manfred  Jordi-Suarez , via Facebook 27.11.2016
    Die Schweiz hat das Prinzip sowieso nicht begriffen in vielen Läden nur 20 Prozent und Elektroartikel 10 Prozent das finde ich unter dem Jahr täglich irgendwo! In den Staaten gibt es am Black Friday zwischen 50 Prozent was wenig ist bis 90 Prozent auch auf oder gerade auf Elektronik ! Sogar die Chinesen haben in Ihren Onlineshopsm70-90 Prozent gegeben nur in der knauserigen CH geht das nicht, da die Händler zu Geldgeil sind! Schade!
    • andi  Matata 27.11.2016
      Die SCHWEIZER Wirtschaft hat in den ( letzten ) Jahren noch einiges nicht begriffen! Ausbaden, muss dies aber, der Büezer und die Büezerin, Oben wird, trotz vielen MISSERFOLGEN immer noch dick Kasse gemacht. Weil wir ANGSTHASEN, das, was im Ausland, schon längst Gang und Gäbe ist, uns nicht erlauben zu streiken.
    • Daniel  Gerber aus Zürich
      27.11.2016
      Die Chinesen, besonders die auf Alibaba, haben die Preise drei Wochen vorher auf eben genau diese Artikel um 300 Prozent erhöht. In den USA allerdings bekommt man am Black Friday aktuelle (!) Elektronik mit bis zu 70 Prozent Rabatt. Bei uns waren es höchstens 40 Prozent.