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Nach dem plötzlichen Tod von Uhrenkönig Nicolas G. Hayek (82) stellt sich die Frage: Wie geht es bei seinem Lebenswerk, dem Swatch-Konzern, weiter?
Schon heute wird entschieden, an der ordentlichen Sitzung des Swatch-Verwaltungsrats. Laut «Bilanz» ist klar: Hayek-Sohn Nick (55) wird neben der operativen Geschäftsführung auch das Amt des Verwaltungsratspräsidenten übernehmen. Dies entspreche dem Willen von Hayek senior. «Es gibt keinerlei Unklarheiten», zitiert das Magazin eine Swatch-Verwaltungsrätin. Der Bericht wurde gestern von einer Swatch-Sprecherin dementiert. Entschieden werde erst heute.
Allerdings spricht vieles für die Wahl von Nick Hayek. Vor allem seine Erfahrung in der Firma: Er leitet Swatch seit 2003. An der letzten Generalversammlung im Mai wurde er in den Verwaltungsrat gewählt. Seine ältere Schwester Nayla (59) sitzt bereits seit 1995 im Swatch-VR und wurde in diesem Jahr Vizepräsidentin.
Durch die Wahl wäre Nick Hayek gleichzeitig Geschäftsführer und Präsident.
«Das sehe ich als Übergangslösung, bis Marc Hayek als Geschäftsführer nachrückt. Solche Doppelmandate sind nicht mehr zeitgemäss», sagt René Weber, Swatch-Spezialist der Bank Vontobel.
Marc Hayek (39) ist der Enkel des verstorbenen Patrons und Sohn der Hayek-Tochter Nayla. Er führt seit einigen Jahren die Uhrenmarke Blancpain.
Dass nach dem Ableben von Nicolas G. Hayek bei Swatch alles anders wird, glaubt Vontobel-Mann Weber nicht: «Die Strategie ist von Vater Hayek vorgegeben. Sohn Nick macht – seit er die Firma führt – einen guten Job.» 2010 steuert Swatch gar einen neuen Umsatzrekord an: über 6 Milliarden Franken
Die Nachricht vom plötzlichen Tod unseres Uhrenkönigs ging um die ganze Welt.
In jeder Zeitung von Format stand die traurige Meldung. Die «New York Times» beschrieb Mr. Swatch als «eine schillernde Figur mit einem schelmischen Humor». Die «Financial Times» würdigte ihn als «wichtigsten Schweizer Wirtschaftsführer». Der britische «Economist» schreibt, Hayek habe «günstige Uhren noch günstiger und teure Uhren begehrenswerter» gemacht.
In der «Neuen Zürcher Zeitung» erschien gestern eine halbseitige Todesanzeige, in der die Swatch-Gruppe einen Nachruf auf ihren Gründer und Patron veröffentlichte. Heute wird die Todesanzeige der Familie folgen. Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt. Voraussichtlich am Samstag soll es einen grossen Gottesdienst geben.
An der Schweizer Börse verlor die Aktie von Swatch gestern 5,9 Prozent. Doch das hatte nicht nur mit dem Tod des Patrons zu tun. Der Aktienkurs der ebenfalls im Uhrengeschäft tätige Firma Richemont sank ebenfalls um 5,5 Prozent.
Berührend: In einem Kondolenzschreiben drückten Richemont und Chef Johann Rupert dem Konkurrenten Swatch und der Familie Hayek ihr tiefstes Beileid aus zum Tod von Nicolas G. Hayek.