«Wir wollen kein Schwarzgeld mehr»

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Silvio Bertolami
Die ZKB will ihren Ruf als seriöser Vermögensverwalter untermauern.- Keystone

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) baut die Vermögensverwaltung forsch aus. Doch von ausländischen Kunden will sie nur noch versteuertes Geld.

Die Vermögensverwalter der ZKB haben ein gutes erstes Halbjahr 2009 hinter sich. Privatpersonen vertrauten ihnen neues Geld im Umfang von 4,9 Milliarden Franken an. Nun verwaltet die ZKB im sogenannten Private Banking 35 Milliarden Franken.

Auf Pirsch geht die drittgrösste Schweizer Bank auch im Ausland. Vor allem in Deutschland, Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn. «Dabei halten wir uns strikt an die Gesetze in den jeweiligen Ländern», sagt Christoph Weber, Chef des ZKB-Private-Banking. «Von neuen Kunden wollen wir kein Schwarzgeld mehr.»

Die ZKB verlangt zwar von Neukunden keine schriftlichen Beweise. Diese müssen aber «glaubhaft» darlegen, dass das Geld versteuert ist. Damit gehen die Zürcher Kantonalbanker in die gleiche Richtung wie Liechtenstein. Das Ländle will ab 2015 – vorerst mal was britische Kunden betrifft – nur noch versteuertes Geld.

«ZKB hat in den USA nie systematisch Beihilfe zum Steuerbetrug geleistet»

Für Christoph Weber steht fest: Das Bankgeheimnis ist zum Schutz der Privatsphäre da. Aber als Mantel für Steuerflüchtlinge hat es keine Zukunft. Und was geschieht mit den Altkunden, welche Schwarzgeld haben? Die ZKB will sie auf die Vorteile hinweisen, die eine Legalisierung hat – etwa bei der späteren Vererbung.

Kunden mit Wohnsitz in den USA wollen die Zürcher überhaupt keine mehr, nicht mal saubere – weil sie nicht rentieren. Könnte es aber sein, dass die ZKB in den USA noch für Sünden in der Vergangenheit büssen muss? «Die ZKB hat sicher nie etwas Ähnliches gemacht wie die UBS», sagt ZKB-Chef Martin Scholl.

Also keine systematischen Tricks wie Tarnfirmen, Trusts oder fingierte Namen auf Kreditkarten angewendet. «Dass aber der eine oder andere Kundenberater auf Ferienreise in den USA war und dort unerlaubterweise einen Kunden traf», sagt Scholl, «können wir nicht ausschliessen.»

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