Banken-Experte: Bern soll reden!
ZÜRICH – Für HSG-Professor Beat Bernet* ist die Finanz-Krise eine Vertrauens-Krise, geprägt von psychologischen Faktoren. Darum seien Beruhigungs-Signale vom Staat zentral.
Aktualisiert um 15:06 | 07.10.2008
«Die Leute haben zunehmend Angst», sagt Bernet im Interview mit Radio DRS1. Bürgerinnen und Bürger wollen vom Staat beruhigt werden. Sie wollen hören, dass sie ihr Erspartes auf ihrer Bank lassen können.
Der Experte fordert darum: «Man muss offensiver informieren!» Die globale Finanz-Krise sei eine ernste Sache, sachdienliche Informationen seien für alle Betroffenen Gold wert.
Bereitschaft signalisieren
Wenn plötzlich alle Bankkunden ihr Erspartes abheben würden, kämen auch bislang kerngesunde Institute ins Wanken. «Darum sind Garantiezusagen von Staaten oder grossen Institutionen wichtig», erklärt Bernet.
Der Staat müsse Signale aussenden, dass er «etwas in der Schublade» habe. Zurückhaltung ist für Bernet völlig fehl am Platz. Er verlangt von Regierung und Parlament aber auch, dass sie intensiv nach neuen Lösungen für die Zukunft suchen.
Einlegerschutz anpassen
Der Einlegerschutz von 30´000 Franken pro Kopf sei auf den «Normalfall» ausgerichtet, sagt Bernet. Da aber maximal 4 Milliarden Franken ausbezahlt würden, wäre der Niedergang einer mittleren Regionalbank bereits zu viel des Guten.
Im Krisenfall, der das gesamte Finanzwesen betrifft, bedürfe es einer Neuausrichtung. «Denkbar ist eine Art Versicherungslösung», meint Bernet, wobei Banken und ihre Kunden eine Art Prämie zahlen müssten.
«Mehr Fairness für alle beteiligten Banken» ist ein weiterer Wunsch. Dass die meisten Schweizer Kantonalbanken mit ihrer unbeschränkten Staatsgarantie einen Wettbewerbs-Vorteil hätten, gehe nicht auf.
Den «Seiltänzer» retten
Die wirtschaftliche Lage vergleicht der Professor mit einem Seiltänzer: Wenn er ins Schwanken kommt, versucht er dies mit Ausgleichsbewegungen aufzufangen. Diese werden derzeit immer heftiger. Was passiert, wenn der Seiltänzer abstürzt, kann aber auch Bernet nicht beantworten: «Das wäre vermessen.» Der Professor ist aber felsenfest überzeugt, dass es nicht soweit kommt. (dip)
* Beat Bernet ist Direktor des Schweizerischen Instituts für Banken und Finanzen an der Uni St. Gallen und Professor für Wirtschaftslehre.
Der Experte fordert darum: «Man muss offensiver informieren!» Die globale Finanz-Krise sei eine ernste Sache, sachdienliche Informationen seien für alle Betroffenen Gold wert.
Bereitschaft signalisieren
Wenn plötzlich alle Bankkunden ihr Erspartes abheben würden, kämen auch bislang kerngesunde Institute ins Wanken. «Darum sind Garantiezusagen von Staaten oder grossen Institutionen wichtig», erklärt Bernet.
Der Staat müsse Signale aussenden, dass er «etwas in der Schublade» habe. Zurückhaltung ist für Bernet völlig fehl am Platz. Er verlangt von Regierung und Parlament aber auch, dass sie intensiv nach neuen Lösungen für die Zukunft suchen.
Einlegerschutz anpassen
Der Einlegerschutz von 30´000 Franken pro Kopf sei auf den «Normalfall» ausgerichtet, sagt Bernet. Da aber maximal 4 Milliarden Franken ausbezahlt würden, wäre der Niedergang einer mittleren Regionalbank bereits zu viel des Guten.
Im Krisenfall, der das gesamte Finanzwesen betrifft, bedürfe es einer Neuausrichtung. «Denkbar ist eine Art Versicherungslösung», meint Bernet, wobei Banken und ihre Kunden eine Art Prämie zahlen müssten.
«Mehr Fairness für alle beteiligten Banken» ist ein weiterer Wunsch. Dass die meisten Schweizer Kantonalbanken mit ihrer unbeschränkten Staatsgarantie einen Wettbewerbs-Vorteil hätten, gehe nicht auf.
Den «Seiltänzer» retten
Die wirtschaftliche Lage vergleicht der Professor mit einem Seiltänzer: Wenn er ins Schwanken kommt, versucht er dies mit Ausgleichsbewegungen aufzufangen. Diese werden derzeit immer heftiger. Was passiert, wenn der Seiltänzer abstürzt, kann aber auch Bernet nicht beantworten: «Das wäre vermessen.» Der Professor ist aber felsenfest überzeugt, dass es nicht soweit kommt. (dip)
* Beat Bernet ist Direktor des Schweizerischen Instituts für Banken und Finanzen an der Uni St. Gallen und Professor für Wirtschaftslehre.
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Blick an die Börse
Die Schweizer Börse hat zwar deutlich höher eröffnet, sie drehte dann aber rasch wieder ins Minus. Auch die Finanzwerte gaben ihre frühen Gewinne schnell wieder preis.
Der Swiss Market Index (SMI) lag um 14 Uhr um 1,2 Prozent im Plus bei 6538 Punkten. Eröffnet hatte der Leitindex noch um 113,4 Punkte über dem Schlussstand vom Montag. Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re rutschten um 4,23 Prozent auf 50.95 Fr. ab – und gehörten damit zu den grössten Verlierern des Vormittags. Die CS büsste derweil 3,3 Prozent ein, Julius Bär verloren 0,7 Prozent und UBS 1,53 Prozent.
Das sagen Blick.ch-Leser
- claudio, Thailand - 18:40 | 07.10.2008
- » Wollte noch sagen, das die Schweiz drei Symbole hat, BANKEN, UHREN, SCHOKOLADE, dies muessen wir pflegen, ansosten;bye, bye SUISSE,NESTLE gehoert vielleicht auch noch dazu.
- rolfyh, Zürich - 15:49 | 07.10.2008
- » Bern hat keine Zeit...sind alle am Blog schreiben..viel wichtiger...scheint auf jeden Fall so...
- Chris_, Zürich - 15:49 | 07.10.2008
- » Herr Prof. Dr. Bernet??? Ist das nicht der Herr, der laufend Verunsicherung verbreitet (z.B. 20'000 zuviel Banker --> Aussage im Jahr 2002...). Das Problem war, dass zuviele "hoch" studierte "Schnösels" irgendwelche Berechnungen machten u. die arroganten Bankerchefs diesen Schnösels glaubten, da sie nicht drauskamen....Darum brauchen wir nicht unbedingt einen Prof. Dr. Bernet, der Null Praxiserfahrung hat u. die Märkte nur von den Büchern kennt...
- Willi, Winkel - 15:36 | 07.10.2008
- » Wie bitte, jetzt soll der Kunde auch noch ne Versicherung bezahlen wenn er sein Erspartes zur Bank bringt?!? Dann können die Bänker machen was sie wollen. Wenn's in die Hose geht ist's ja versichert. Was für ein Schwachsinn!!!
- Thom di Thom, Rapperswil - 15:33 | 07.10.2008
- » Ich glaube auch nicht an eine schweizerische Banken Krise. Ich bin aber total dagegen, dass der Staat, also der Steuerzahler für die globalen versnopten Topmanager aufkommen muss damit die Reichen die auf dem Buckel der Mittel und Unterschicht zu Ihrem Vermögen gekommen sind ungeschoren davonkommen können. So ist das Leben, man gewinnt und verliert. Der Staat würde besser eine Lösung mit einem Milliardenpaket in der Tasche haben, was er machen könnte wenn die Krise derart ausartet dass viele Menschen auf der Strasse landen. Mit einem Investitionkapital der ausgeschüttet wird für zukunftsorientierte Schweizer Qualität. Das ist unsere Nische und nicht der globale Markt. Aber man muss villeicht für Jahre im Ausland in verschiedenen Staaten gelebt haben um das zu verstehen!! PS: Wer von unserer kuscher Regierung mehr erwartet ist selber Schuld und wer von der Regierung ein versprechen erwartet und das auch noch ernst nimmt, ist einfach Dumm. Also Herr Bernet, gehen Sie nochmals zurück an die Uni und studieren Sie das Leben der Steuerzahler und das globale Spiel um Geld und Macht. Dann kommen Sie villeicht wieder zum Punkt, dass jeder für sich selber die Verantwortung tragen muss!!!!!! Man gewinnt und verliert....so ist das Leben...
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