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Hart gefragt: «Wir sind auf alles vorbereitet»

Börsen-Chaos, Banken-Pleiten, verunsicherte Bürger: Jetzt nimmt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf (52) Stellung zur Finanzkrise.

Von Georges Wüthrich | Aktualisiert um 11:07 | 10.10.2008
Versprechen: Der Bundesrat will alles unternehmen, um die Stabilität des Finanzplatzes Schweiz sicherzustellen.
Versprechen: Der Bundesrat will alles unternehmen, um die Stabilität des Finanzplatzes Schweiz sicherzustellen.
BLICK: Ist der Bundesrat vorbereitet, wenn in der Schweiz Ereignisse eintreten, wie wir sie nun zuhauf im Ausland haben? Staatsgarantien, Rettungsaktionen für schlingernde Banken?
Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf:
Ja, wir sind auf alles vorbereitet. Das ist unsere Pflicht. Aber wir reden erst über Massnahmen, wenn solche konkret beschlossen werden sollten.

Trotzdem: Selbst Hochschul-Professoren kritisieren, dass der Bundesrat zu wenig ­vertrauensbildende Signale aussendet ...
Nochmals: Der Bundesrat hat verschiedene Szenarien ausgearbeitet und ist jederzeit in der Lage, die geeigneten Massnahmen zu treffen, so solche notwendig sein sollten. Aber es macht keinen Sinn
zu sagen: Wenn das geschieht, machen wir das, und falls dieser Fall eintritt, handeln wir so.

Weshalb nicht?
Wir würden auf diese Weise die Verunsicherung wohl nur noch verstärken. Unsere Philosophie ist eine ganz andere: Wir machen politische Aussagen über konkrete Massnahmen erst, wenn diese notwendig und beschlossen sind. Meines Erachtens dient der vom Bundesrat eingeschlagene Weg der Vertrauensbildung.

Eine leise Kritik an ausländi­schen Politikern?
Möglicherweise sind wir etwas besser vorbereitet als andere Länder.

Doch noch konkreter: Wenn eine Schweizer Bank ins Schlingern gerät ...
Der Bundesrat wird alles unternehmen, damit die Stabilität des Schweizer Finanzplatzes insgesamt
sichergestellt werden kann.

Verbesserung des ­Anlegerschutzes?
Ich werde sehr bald etwas Konkretes dazu sagen können. Wir arbeiten daran.

Weshalb gehen Sie am Wochenende nicht zur Weltbanktagung nach Washington?
Frau Leuthard und ich haben vereinbart, dass sie in die USA reist. Uns ist wichtig, dass ich in diesen Tagen in der Schweiz bleibe. Für mich ist ausschlaggebend, dass ich weiterhin direkten Kontakt mit Vertretern der Eidgenössischen Bankenkommission und der Schweizerischen Nationalbank habe, um die tägliche Lageanalyse an den ­Finanzmärkten vorzu­nehmen.

Haben Sie Kontakt mit Ihrem Kollegen Hans-Rudolf Merz?
Ja, wir haben telefoniert. Ich habe ihn über die grösseren Geschäfte informiert.

Wie wirkte er auf Sie?
Sehr munter, sehr präsent. Das ist für mich, wie für alle, eine grosse Erleichterung.
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