Carlos Slim, der reichste Mann der Welt, fordert: Wir müssen länger arbeiten!

  • Publiziert: 21.02.2011, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Daniel Meier

Selber müsste er schon lange nicht mehr arbeiten. Aber Carlos Slim hat einen Vorschlag, wie man die Staatsschulden senken könnte.

Der Mann gibt fast nie Interviews. Jetzt hat sich Carlos Slim (71) wieder einmal geäussert – über sein seine Liebe zur Kunst, sein neues Museum in Mexiko. Und vor allem über die Ursachen für die kriselnden Weltwirtschaft.

«Das ist keine zufällige Krise. Schon 2001 haben wir über die hohen Staatsschulden diskutiert», erklärt Slim in der englischen Zeitung «Telegraph». Sein nüchternes Urteil: «Das ist ein chronisches Problem.»

Dann wird er konkret. Slim sagt geradeheraus: «In den Industrienationen ist das Pensionierungalter zu tief.»

Vermögen: Über 53 Milliarden Dollar

Wie bitte? Carlos Slim hat in Mexiko ein Imperium aus Telecom, Strassenbau und Restaurants aufgebaut. Der Mann gilt mit einem Vermögen von über 53 Milliarden Dollar als reichster Mensch der Welt – und ausgerechnet er fordert, dass wir alle länger arbeiten müssen.

Doch Slim lässt seine Forderung nicht einfach stehen. Er bringt Argumente. Zum Beispiel, dass die Industriestaaten durch den technologischen Fortschritt zu einer Dienstleistungsgesellschaft geworden seien.

«Leute werden pensioniert, wenn sie am meisten Erfahrung haben»

«In manchen Ländern orientiert sich das Rentenalter immer noch an der Lebenserwartung vor 50 Jahren.» Früher habe man mehr körperliche Arbeit leisten müssen. Deshalb sei es richtig gewesen, die Leute früher in den Ruhestand zu schicken.

Heute gelte das aber nicht mehr, findet Slim. «Wir leben in einer Wissensgesellschaft. Und Männer und Frauen setzen sich gerade dann zur Ruhe, wenn sie am meisten Erfahrung haben und am nützlichsten wären. Dann würde die Gesellschaft sie am meisten brauchen.»

play Nach Carlos Slim arbeiten wir zu wenig lang. Das Pensions-Alter müsse rauf.

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