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Gut vier Milliarden Franken haben die UBS-Banker bereits ans Bein streichen müssen. Weitere Abschreiber in Milliardenhöhe sind im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise programmiert.
Und doch: Die grösste Schweizer Bank kann die Riesenverluste im sogenannten Investmentbanking, zumindest aus heutiger Sicht, verkraften. In anderen Bereichen macht sie nämlich höchst einträgliche Geschäfte. Sie verlangt hohe Zinsen dort, wo sie Geld leiht; sie zahlt tiefe bis lausige Zinsen, wo sie Geld entgegennimmt; vor allem aber kassiert sie saftige Gebühren und Kommissionen.
Der mit Abstand lukrativste Geschäftszweig: die Verwaltung von Vermögen privater Kunden, in der Schweiz und international. Hier erzielt die UBS phänomenal hohe und sehr stabile Margen:
Ertrag in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres: 9,6 Milliarden Franken. Aufwand: 4,9 Milliarden. Gewinn vor Steuern: 4,7 Milliarden. Die Gewinnmarge beträgt also fast 50 Prozent.
Natürlich ist das auch das Verdienst der UBS. Aber längst nicht nur. Ausländische Kunden kommen auch zu ihr, weil sie eine Schweizer Bank ist. Weil die Schweiz für Seriosität und Stabilität steht. Und ein Bankgeheimnis hat. Die UBS profitiert also von der Schweiz als Ganzem, von uns allen. Wie die anderen Banken, auch die ausländischen, die in grosser Zahl in Zürich und Genf Filialen eröffnet haben.
Nicht ganz so lukrativ wie die Vermögensverwaltung, aber immer noch höchst profitabel ist für die UBS das, was sie Business Banking Schweiz nennt: das Geschäft mit Spargeldern, Kreditkarten, Hypotheken und einer Vielzahl weiterer Dinge. Zwischen Basel und Lugano, St.Gallen und Genf zählt die UBS gegen drei Millionen Privatpersonen und 140000 Firmen zu ihrem Kundenkreis:
Ertrag dieses Jahr: 4 Milliarden Franken. Aufwand: 2,3 Milliarden. Gewinn vor Steuern: 1,7 Milliarden. Die Gewinnmarge: 42 Prozent.
Der dritte grosse Geschäftsbereich: das sogenannte Asset Management. Hier werden Aktien-, Obligationen-, Immobilien- und andere Fonds zusammengeschustert, Anlagestrategien ausgeheckt, ganze Portfolios zusammengestellt:
Ertrag: 3 Milliarden Franken. Aufwand: 2,2 Milliarden. Gewinn vor Steuern: 840 Millionen. Gewinnmarge: 28 Prozent.
Ein kleinerer, aber zurzeit umso feinerer Geschäftsbereich sind die Industriebeteiligungen: Ertrag: 1,02 Milliarden Franken. Aufwand: 470 Millionen. Gewinn: 550 Millionen. Gewinnmarge: 54 Prozent (schwankt von Jahr zu Jahr stark).
Es ist nicht das erste Mal, dass die UBS im Investmentbanking eine Menge Geld zum Fenster rauswirft. Auf der Jagd nach dem schnellen Geld beteiligte sie sich am undurchsichtigen Hedge-Fonds LTCM und fuhr damit 1998 einen Verlust in Milliardenhöhe ein.
Damals flammte die Diskussion auf, ob es nicht gescheiter wäre, sich aus dem Investment Banking zurückzuziehen. Sie wurde schnell erstickt. Es ist halt «schampar gäbig», dass man bei einem Riesenflop immer noch eine Menge Geld anderswo hereinholen kann. Wie jetzt wieder.
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Der UBS-Hauptsitz an der Zürcher Bahnhofstrasse. (Reuters)