Steuerstreit mit USA und Deutschland Widmer-Schlumpf droht mit Abbruch der Verhandlungen!

  • Publiziert: 13.04.2012
play

 

(sda)

BERN - In den Steuerkonflikten mit den USA und Deutschland schliesst Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf weitere Konzessionen aus. Deutschland droht sie gar die Verhandlungen abzubrechen.

In den Steuerkonflikten mit den USA und Deutschland schliesst Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf weitere Konzessionen aus. Deutschland droht sie mit dem Abbruch der Verhandlungen.

«Weitere Konzessionen gegenüber den USA wie im Übrigen auch gegenüber Deutschland können wir nicht eingehen, weil es nicht mit unserem Recht vereinbar wäre», sagte Widmer-Schlumpf in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung, NZZ». «Wir haben gemacht, was man machen kann.» Die Schweiz habe sich aber nicht erpressen lassen.

Status quo bessere Alternative

«Mit Deutschland sind wir am Punkt, an dem wir sagen, wenn der Partner dieses Abkommen nicht wünscht, ist für uns der Status quo die bessere Alternative, als weiter zu verhandeln», wird Widmer- Schlumpf in der «NZZ» zitiert. Auch in den Verhandlungen mit den USA gebe es eine Schwelle, welche die Schweiz als souveräner Staat nicht überschreiten könne.

Widmer-Schlumpf deutete an, dass die Schweizer Regierung nach dem Fall Wegelin eine weitere Strafklage gegen Schweizer Banken in Kauf nehmen würde, sofern diese nicht wie im Fall der UBS «systemrelevant» sei: «Man kann nicht sämtliche Prinzipien des Rechtsstaats über Bord werfen, um ein einzelnes Institut zu retten.»

Frage der «Systemrelevanz»

Auf die Frage, ob dies auch für die Grossbank Credit Suisse gelte, sagte Widmer-Schlumpf, «wieweit sich ein Staat investieren kann und soll, stellt sich sehr unterschiedlich, je nachdem was die Konsequenzen eines Untergangs einer Bank sind».

Widmer-Schlumpf geht weiterhin davon aus, dass die geplante Lösung mit den USA in diesem Jahr über die Bühne gebracht werden kann. Bei einem Nein Deutschlands zum von der Schweiz nachgebesserten Abkommen würde die Schweiz ihren Weg weiter gehen, sagte die Finanzministerin.

Viele schauen auf das Abkommen mit Deutschland

Es gebe Staaten wie Österreich, die unabhängig von Deutschland interessiert seien. Und es gebe andere Staaten, die stark auf Deutschland schauten. Dazu zählten Italien und tendenziell auch Frankreich. Das Abkommen mit den Briten wiederum solle nach dem Parlamentsentscheid auf Anfang 2013 in Kraft gesetzt werden. (sda)

Alle Kommentare (13)

  • urs  hafner , boningen
    Wir haben in 50 Jahren erarbeitet, was kein anderes Land auf der ganzen Welt fertig brachte. Nicht einmal Deutschland!
    Wir haben keine Bodenschätze; aber wir haben immer und immer wieder in die neueste Technologie investiert. Wir haben nicht nur geackert; nein, wir haben auch unsere "Ideologie" positiv umgesetzt.
    Das kleine Land Schweiz wird von der ganzen Welt um Hilfe gerufen wenn es brennt.
    Das kleine Land Schweiz ist für die ganze Welt die Bank, wenn es um Investitionen- oder Hilfsgüter geht.
    Das kleine Land Schweiz hilft überall auf der ganzen Welt, wenn es um Armut und Umweltzerstörung geht.
    Die Schweiz die Schweiz die Schweiz. Ich bin stolz, ein Schweizer zu sein. Danke.
    • 13.04.2012
    • 1
    • 0
    • Heinz  Koilinger
      Gehts auch ne Nummer kleiner? Schon mal was vom deutschen Wiederaufbau nach dem Krieg und von den Kosten und den Leistungen der Wiedervereinigung gehört? Und für unsere Spendenbereitschaft und Hilfeleistung brauchen wir uns auch nicht zu schämen!! Stolz dürfen Sie trotzdem sein, aber nicht auf alles!!
      • 13.04.2012
      • als Kommentar auf urs  hafner , boningen
      • 1
      • 0
  •  
    Das zeigt wieder einmal, was für eine Wurstelfirma das Bundeshaus ist. Ohne richtiges Konzept und blauäugig in Verhandlungen steigen! Richtig amateurhaft!!
    • 13.04.2012
    • 1
    • 0
    • Kurt  Sporrädli
      Als ob Sie dies von aussen schlüssig beurteilen können? Solch polemisch verbrämte Urteile tragen herzlich wenig zur Problemlösung bei.
      • 13.04.2012
      • als Kommentar auf  
      • 0
      • 0
  • carlos  zapato , St. Gallen
    Endlich auch mal markige Worte aus der Schweiz. Wer ein faires Angebot ausschlägt, soll selber über die Bücher. Weiter so EWS!
    • 13.04.2012
    • 2
    • 0
  • Fridolin  Glarner-Walker , Genf
    USA und die EU werden keine Ruhe mehr geben bis sie den automatischen Informationsaustausch haben. Alt Bundesrat März sagte mal "Die werden sich noch die Zähne ausbeissen". Wenn man genauer hinschaut, hat die Schweiz schon mehr Zähne verloren als alle andern. Wäre es nicht der letzte Moment, den automatischen Info-Austausch zu akzeptieren, unter der Bedingung, dass dies alle andern Länder mit Ihren Steuer-Oasen USA, England, Asien etc. auch tun müssten. Diese Rubik-Abgeltungssteuer ist ein teurer Aufwand und das Geld fliesst trotzdem in andere Steuer-Oasen.
    • 13.04.2012
    • 1
    • 0
  • rolf  sulzer
    damit bestätigt frau ews, zusammen mit ihrem departement und dem bundesrat, dass vor den verhandlungen mit den usa sowie mit der brd, keine klare strategie erarbeitet wurde, in der auch szenarien festgelegt wurden, was passieren muss oder müsste, wenn die partner unsere wünsche und forderungen ablehnen würden. ich kann mir nicht vorstellen, dass ein, von frau ews ausgehender, abbruch der verhandlungen mit beiden länderen, sich zu gunsten der schweiz auswirken wird.
    • 13.04.2012
    • 0
    • 0
Seite 1 2 3 »
Seitenanfang

Top 3

1 Wird der Rechtsstreit zur Farce? Denner trickst Nespresso ausbullet
2 Credit Suisse warnt «Gold bricht ein»bullet
3 Richemont-Präsident Rupert (62) nimmt sich eine Auszeit Was ist mit...bullet

Wirtschaft