Werbe-Joint-Venture mit Ringier und Swisscom steht Grünes Licht für die SRG

Doris Leuthards UVEK hat entschieden: SRG, Ringier und Swisscom dürfen sich zu einem Vermarktungsunternehmen zusammenschliessen. Eine erhebliche Beschränkung anderer Medienunternehmen durch die Allianz stellt das UVEK nicht fest. Das medienpolitische Hickhack der vergangenen Monate ist damit zu Ende.

DURCHSETZUNGSINITIATIVE, DSI, GOTTHARD STRASSENTUNNEL, ZWEITE ROEHRE, INITIATIVE GEGEN HEIRATSSTRAFE, INITIATIVE GEGEN SPEKULATION MIT NAHRUNGSMITTELN,  SPEKULATIONSINITIATIVE, play
Erteilt dem Joint Venture ihren Segen: UVEK-Vorsteherin Doris Leuthard. Keystone

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Marc Walder, CEO Ringier: «Diejenigen Video-Inhalte der SRG, die einen Service public darstellen, müssen der Öffentlichkeit – und damit auch den privaten Medienunternehmen – unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Dies vor dem Hintergrund, dass ebendiese Videos ja bereits von der Öffentlichkeit bezahlt wurden, und zwar durch eine Zwangsgebühr. Sie dürfen nicht ein zweites Mal verkauft werden.» play
«Wegweisender Entscheid.» Ringier-CEO Marc Walder, künftiger VR-Präsident des Joint-Ventures. Peter Gerber

Die Wettbewerbskommission (WEKO) hatte bereits im Dezember 2015 ihr Einverständnis für das Joint Venture zwischen Ringier, Swisscom und der SRG gegeben. Nun kommt auch das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) zum Schluss, dass die Teilnahme der SRG möglich ist.

«Die involvierten Firmen wollen ein gemeinsames Unternehmen gründen mit gemeinsamer Werbevermarktung», sagte Bundesrätin Doris Leuthard. «Das ist im Moment ein Projekt, mit dem wir Neuland beschreiten. Es findet sich zur Zeit kein vergleichbares Joint Venture in der Schweiz oder im Ausland. Wir wissen alle, dass die Digitalisierung und Big Data gerade im Medienbereich die Welt massiv verändern. Dieser Strukturwandel ist (im Medienbereich) mit grossen Veränderungen verbunden.»

«Die Medienvielfalt finanziert sich aus Werbeeinahmen»

«Wir können uns fragen, welche Rolle der Staat hier einnehmen soll. Die Schweiz stand immer für offene Rahmenbedingungen, damit Unternehmen investieren. Die Medienvielfalt finanziert sich aus Werbeeinnahmen – und sie ist wichtig für die Demokratie. Investitionen in guten Journalismus muss es auch weiter geben. Wir, resp. das Bakom, kommen zum Schluss, dass Medienunternehmen durch das Mittun der SRG an der neuen Firma nicht in unzulässiger Weise behindert oder in erheblicher Weise beschränkt.»

Der TV-Konsum würde laut UVEK immer mehr auf dem Smartphone und dem Tablet stattfinden. Auch die SRG, ein privatrechtlich organisierter Verein, der nicht dem Bund gehöre, solle sich im Markt entsprechend verhalten können, solange die anderen Medienunternehmen nicht erheblich beschränkt würden. Die Gesuche konkurrierender Medien um Parteistellung hat das UVEK abgewiesen.

Leuthard: «Wir möchten uns vom Bund her so positionieren, dass wir sagen: Neue Businessmodelle im Werbemarkt wollen wir nicht behindern. Denn Innovationen sind im Sinne der Gesamtwirtschaft Schweiz – und auch im Sinne, dass das Geld in der Schweiz bleibt und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Das wollen wir zulassen. Wir müssen aber die Entwicklung im Auge behalten, weil wir keine Erfahrungswerte haben.» 

In einer zweiten Verfügung stellt das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) allerdings fest, dass die heutige Konzession der SRG nicht gestattet, in ihren Programmen zielgruppenspezifische Werbung (Targeted Advertising) auszustrahlen. Vor der Einführung dieser neuen Art von SRG-Werbung gelte es, die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.

«Die Behörden haben zukunftsorientiert entschieden»

Marc Walder, zukünftiger Verwaltungsrats-Präsident des Gemeinschaftsunternehmens und CEO von Ringier (zu dem auch BLICK gehört) zum grünen Licht des UVEK: «Wir freuen uns sehr. Die Behörden haben zukunftsorientiert entschieden. Die Nutzung von Medien ändert sich radikal. Dies gilt für Leser, für Hörer, für Fernsehzuschauer und User. Damit ändert sich auch die Art und Weise, wie Werbung ausgespielt wird. Dieser dramatischen Veränderung tragen die Behörden Rechnung. Dies ist ein wegweisender Entscheid für den Medien- und Werbestandort Schweiz.»

Publiziert am 29.02.2016 | Aktualisiert am 09.03.2016
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8 Kommentare
  • Mike  Theissl 29.02.2016
    Hab ich mir schon gedacht diese Zusammenführung. Also in Zukunft noch mehr Werbung im TV. Hinten rum ein Freipass für Leuthard`s Service Public der heute schon eine Katastrophe ist. Und Billag ist auch wieder gestärkt und darf weiter abzocken. Aber Billag ist nicht wirklich der Abzocker, dass sind Sie Frau Leuthard als Chefin des Ganzen.
  • Andreas  Buser 29.02.2016
    Mit unsern Billag-Geldern wird die TV-Platform finanziert. Diese Firmen kassieren die Werbeeinahmen. Eigentlich nichts neues, das gabs auch schon mit Local/Puplizitas/Swisscom.
  • Chris   Maestrani aus Gossau
    29.02.2016
    also dass da die weko nichts dagegen hat ist für mich mehr wie fraglich?! Ich denke, dass da alle KMUs in dieser Branche über kurz oder lang gar keine chancen mehr haben. Das wird sehr viele Arbeitslose im Bereich Werbung geben. Da kann sich Leuthard bezüglich Jobkiller Leuthard gleich neben Schneider Amann stellen.
  • Alex  Gächter aus St.Gallen
    29.02.2016
    Wenn ich schon horrende Billag gebühren zahlen MUSS, will ich keine Werbung sehen!
    ARD/ZDF und ORF zeigen während den Filmen auch keine Werbung, aber die SRG kriegt halt den Hals nicht voll genug.
  • Roman  Loser aus Embrach
    29.02.2016
    Ringier Kunde war ich noch nie und werde nie werden, Swisscom- Dienste hab ich nach einigen Jahrzehnten Kundentreue gekündigt, nur dem Zwangsgebühreninstitut halte ich noch die Zwangstreue(finanziell!)!