
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Der deutsche Wirtschaftsprofessor Ulrich Blum (Bild) vom Institut IWH sagt: «In der Krise wird die Erwerbstätigkeit erheblich sinken. Warum nutzen wir dies nicht familienpolitisch, indem sich junge Paare jetzt den Kinderwunsch erfüllen?»
Um zur Babypause in der Krise zu motivieren, brauche es aber staatliche Hilfe, fordert Blum in der «Bild»-Zeitung.
Hat er recht? Ein kinderfreundlicheres Umfeld zu schaffen könne für die Schweiz zwar sinnvoll sein, findet Jan-Egbert Sturm von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Aber: «Die tiefe Geburtenrate ist eindeutig ein strukturelles Problem in unserer Gesellschaft.»
Deshalb dürfe die Förderung nicht nur vorübergehend sein: «Das als Konjunkturpolitik zu verkaufen ist nicht wirklich gerechtfertigt.»
«Kinder sind für die Eltern ein Langfristprojekt», sagt Reiner Eichenberger von der Uni Freiburg: «Da spielen die wohl noch ein bis höchstens zwei Jahre Krise keine massgebliche Rolle.» Die staatliche Familienförderung würde laut Eichenberger zu spät kommen, um die Konjunktur zu retten: «Die Diskussion, Planung und Vorbereitung geht so lange, dass die Kinder frühestens in den Aufschwung hineingeboren werden.»
Also kein taugliches Konjunkturprogramm. Aber vielleicht kommen junge Paar von sich aus auf die Idee, gerade jetzt eine Familie zu gründen. Sturm: «Auch ohne staatliche Interventionen ist es nicht unwahrscheinlich, dass die aktuelle Krise die Geburtenrate positiv beeinflusst.»