Leere Hotelbetten wegen starkem Franken und Wetter Wer macht eigentlich noch Ferien in der Schweiz?

  • Publiziert: 06.08.2012
Eine ehrliche Putzfrau hat viel Geld in einem Hotelzimmer gefunden und zurückgegeben (Symbolbild) play Wird sich jemand ins gemachte Bett legen? Vor allem Touristen aus Europa tun es in der Schweiz weniger als im Vorjahr. (sda)

BERN - Schweizer Hoteliers verzeichnen im ersten Halbjahr 2012 einen Rückgang bei der Zahl der Übernachtungen. Schuld ist der starke Franken – und das miese Wetter.

Die Hoteliers haben ein  schwieriges erstes Halbjahr 2012 hinter sich. Dies zeigt der neuste Bericht des Bundesamtes für Statistik BFS. Sowohl im Juni wie auch über das ganze erste Halbjahr gerechnet sind die Übernachtungszahlen rückläufig.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahm die Zahl zwischen Januar und Juni um 3,7 Prozent ab. Es wurden noch 16,8 Millionen Logiernächte verzeichnet. Dabei machten Schweizer Gäste mit 7,5 Millionen Übernachtungen einen guten Teil aus.

«Das zeigt deutlich den Währungseffekt»

Daniela Bär von Schweiz Tourismus führt das gegenüber Blick.ch vor allem auf einen Rückgang von Gästen aus dem europäischen Raum zurück:  «Das zeigt deutlich den Währungseffekt, unter dem wir seit längerer Zeit zu leiden haben.»

Die Zahl der Gäste aus dem europäischen Ausland ging im ersten Halbjahr um 11 Prozent zurück. Die Deutschen als wichtigste Gästegruppe übernachteten gar um 15 Prozent seltener in Schweizer Hotels.

Vor allem Bergregionen betroffen

Bär: «Insgesamt haben vor allem die Berggebiete gelitten. Im Gegensatz dazu konnten die Städte leicht zulegen.» Während im Alpen-Tourismus ein Rückgang von 6,4 Prozent zu verbuchen ist, gab es im ersten Halbjahr gegenüber dem, Vorjahreszeitraum in den grossen urbanen Zentren 0,5 Prozent mehr Übernachtungen.

Die Wachstumsmärkte sind laut Schweiz Tourismus vor allem Indien, die Golfstaaten, China und Korea.

Aus Sicht des Branchenverbands Hotelleriesuisse belastet auch die Euro-Krise den Schweizer Tourismus. «Die Ferienplanung geht verstärkt über das Portmonnaie», kommentierte Geschäftsführer Christoph Juen die Zahlen. Dies treffe die Schweiz wegen des starken Frankens besonders.

Bei den inländischen Gästen habe zum Auftakt der Sommersaison das schlechte Wetter zum Rückgang beigetragen. (SDA/noo)

Beliebteste Kommentare

  • Isolde  Leder - Gerner , Sinzheim , via Facebook
    Die Hotels in der Schweiz sind nicht nur teuer sondern auch schlecht. Die Zimmer veraltet das Frühstück oft eine Zumutung. Für das selbe Geld bekomme ich in Österreich 2 Sterne mehr.
  • Orlova  Olga
    Solange man in der Schweiz für den Halben Standard Doppelte Preise zahlt, wohl niemand. Und recht haben sie. Im Ausland ist es billiger, schöner, und vor allem die Mitarbeiter sind freundlicher!

Alle Kommentare (58)

  • Kay  Eisendraut
    Wenn man ein kleines Hotel hat kann mann nicht 3500 Ungelernten und 4000 chf mit Ausbildung oder mehr Lohn zahlen ohne Geld einzunehmen das geht einfach nicht. Es gibt Hotels da verdient der Chef weniger als die Angestellten das Geld genügt gerade um zu überleben. Die Löhne in diesem Land sind einfach zu hoch, genau so die Mieten. Bei Grossen Hotels, oft 4 oder 5 Sterne, sind es aber schon die Hotelpreise die nicht stimmen.
    • 07.08.2012
    • 8
    • 8
  • Karin  Schmidt
    Ich glaube es gibt inzwischen auch durchaus kritische ausländische gäste, denen die Haltung vieler Schweizer zum Thema Ausländer nicht entgeht. Um es knapp zusammenzufassen: Gewünscht sind gäste die das Geld da lassen, das Maul halten, nicht lachen, nicht laut reden, schon gar nicht in Hochdeutsch,und sich mit jeglicher Kritik zurückhalten.
    Warum sollte man dann also jemandem das geld in den rachen werfen,von dem man weiss oder zu wissen glaubt, wie der wirklich von einem denkt.
    Die gehen dann eben in ein Land, wo es günstiger und mindestens genau so schön ist, und bei denen die Abneigung nicht ganz so in den Vordergrund tritt.
    • 07.08.2012
    • 23
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  • Eric  Baumgartner , via Facebook
    Jetzt geben Sie dem euro und Wetter schuld aber die wirklichen Probleme werden nie gelöst! Veraltet und überteuert zudem mehr Freundlichkeit und Zuvorkommen, dass fehlt seit Jahrzehnten in den Schweizer Hotels!
    • 07.08.2012
    • 33
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  • Peter  Telli , Oberrüti , via Facebook
    Waren vor 2 Wochen auf der Riederalp VS für 3 Tage.
    2 Pizza und 2 Mineralwasser = CHF 64.-
    wer kann das bezahlen?
    • 06.08.2012
    • 63
    • 2
  • Roger  Montani
    Ich liebe mein Land, aber Preis- Leistung in der Gastronomie und Hotellerie stimmt zu 95 Prozent nicht. Ergo gehen wir ins Ausland, wo es für uns stimmt. Es muss eine harte Flurbereinigung geben, bis die verbleibenden Betriebe zu einem fairen Preis- Leistungsverhältnis zurückfinden werden. Bis dahin ciao!!!
    Das ist Markt.
    • 06.08.2012
    • 46
    • 1
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