Wer hat die Hochpreisinsel erfunden? Ricola kostet in Deutschland die Hälfte!

In Deutschland staunen Schweizer nicht schlecht, wenn sie die Preisschilder an den Supermarkt-Regalen von Ricola-Zeltli studieren. Die Preisdifferenz zur Schweiz ist beträchtlich.

Schweiz_Ricola1.jpg play
Ricola-Zeltli sind beliebt auch bei den Kleinen. Die Grossen ärgern sich bisweilen über die Preisunterschiede zum Ausland. Christian Beutler

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 BLICK hat verglichen Mit diesen Kundenkarten punkten Sie am meisten
2 Nach Suva-Entscheid gegen Uber Jetzt zittern die Taxifahrer
3 CS-Aktie sinkt auf 10,00 Franken – aber nicht drunter Retten...

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
58 shares
75 Kommentare
Fehler
Melden

Ricola zählt zu den stärksten Marken der Schweiz. Die Kräuterbonbons aus Laufen bei Basel kennt man heute in über 50 Ländern der Welt. Besonders in Deutschland. Dort staunen Schweizer aber nicht schlecht, wenn sie die Preisschilder an den Supermarkt-Regalen studieren.

Bei Rewe kostet die Zeltli-Packung Ricola Kräuter 2.60 Franken (150g). Im Coop-Onlineshop gibt es dieselbe Packung mit etwas weniger Inhalt (125g) für 4.15 Franken! In der Karton-Verpackung (2x50g) kosten die Bonbons bei Migros 4.50 Franken, jenseits der Grenze zahlen Konsumenten in vielen Supermärkten weniger als 2 Franken dafür.

«Die tiefen deutschen Löhne sind wohl kaum der Grund für die massiven Preisunterschiede», sagt Leser Fridolin S.* stellvertretend für viele Einkaufstouristen. Offenbar gewähre Ricola den deutschen Lebensmittelverkäufern deutlich tiefere Preise als Coop oder Migros in der Schweiz. Produziert würden die Zeltli wohl kaum in Deutschland. 

Euro-Wechselkurs von 1.50 Franken

Ricola-Zeltli werden ausschliesslich in der Schweiz produziert, versichert der Hersteller mit Sitz in Laufen BL. «Wir verkaufen unsere Produkte zu einem festen Preis in Euro an unseren deutschen Vertriebspartner», sagt eine Sprecherin. Dieser Preis sei vereinbart worden, als der Wechselkurs bei 1.50 Franken (heute 1.10 Fr.!) stand. «Aufgrund des Wertezerfalls des Euros zum Franken werden die Produkte im Ausland billiger.»

Dennoch: Zuletzt stand der Euro im November 2009 bei 1.50 Franken. Eine Preisbindung an den deutschen Vertriebspartner über einen solch langen Zeitraum erstaunt. Ricola widerspricht, dass es «über mehrere Jahre dauernde Vereinbarungen für eine feste Preisbindung» gebe.

In der Zwischenzeit habe man mit Preiserhöhungen für den deutschen Markt reagiert. «Wobei diese die Wechselkursdifferenz von rund 30 Prozent nur bescheiden kompensieren konnten», so die Sprecherin.

Für Ricola bedeute dies ein deutlicher Umsatz- und Ertragsrückgang, so die Sprecherin weiter. Geschäftszahlen wollte sie keine preisgeben. «Die Umsatzzahlen für 2015 werden im Mai kommuniziert», heisst es lediglich.

*Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 25.02.2016 | Aktualisiert am 05.03.2016
teilen
teilen
58 shares
75 Kommentare
Fehler
Melden

75 Kommentare
  • Heinz  Both , via Facebook 26.02.2016
    Ein Grund mehr im Ausland einzukaufen, die CH, bzw. die Geldgierigen Teppichlatschen zu unterstützen und dazu das unfreundliche ausländische Personal zu unterstützen ist mir zu teuer und nicht mehr wert!! Verbunden mit einem sehr guten ausgiebigen Essen ist das immer ein schönes Erlebnis, besser als in der CH!!
  • Wilhelm  Tell aus Laufen
    26.02.2016
    Die Riiiiiiiicola Täfeli kosten in Thailand gut 2., viel günstiger als hier in der Schweiz. Ich decke mich immer dort ein, bevor ich zurückfliege. Macht doch Sinn oder? AHV gibts ja auch nicht mehr, wenn man in der Schweiz einkauft!
  • Schmid  Marcel aus Rickenbach
    26.02.2016
    Irgend wann nervt das Gejammer, was in Deutschland und sonst wo billiger sei. Was würdet Ihr sagen, wenn der Chef an einem Montag morgen zu euch kommt und sagt. Sorry , lieber Hansueli, ich muss Dir kündigen. Ich stelle einen aus EU-Raum ein. Der Arbeitet genau so gut , kostet aber 35 Prozent weniger als Du.
  • katharina  zbinden aus palma
    26.02.2016
    Liebe Schweizer Bürger und Bürgerinnen regt euch nicht auf wegen einem Ricola-Preis auch wenn es im Ausland billiger ist Ihr habt so viel Glück das Ihr in der Schweiz leben dürft denn im Ausland ist nicht immer alles besser!!
  • Beat  Müller aus Bern
    26.02.2016
    Wieso werden immer noch Äpfel mit Birnen verglichen ? Geht mal in Deutschland arbeiten, für die Hälfte des Lohns, immensen Krankenkassenprämien und Steuern dass man gleich 40 Prozent des Lohns abgeben kann... dann jammert ihr nicht mehr darüber, dass die Ricolas hier einbisschen mehr kosten.... aber eben das sehen nur die wenigsten....
    • beat  sigrist aus Manila
      26.02.2016
      Lieber Herr Müller, dass deutsche Produkte in D Günstiger sein müssen als in der Schweiz kann ich nachvollziehen -aber 100 Prozent schweizer Produkte sollten dort eigentlich teurer als in der Schweiz sein . Transportkosten und dergleichen.Das ist wie der beste A1 schweizer Käse bekommt man in Asien zum halben Preis -dank Subventionen vom Bund.Also liebe Firmen hört endlich auf zu jammern wegen einem starken Franken -dies sind doch alles nur Ausreden der GL.
    • Thomas  Müller 26.02.2016
      Das stimmt so rein gar nicht. Krankenkassenprämien sind für Durchschnittsverdiener mit Familie in Deutschland deutlich günstiger, da die Familie bei nur einem Prämienzahler komplett mitversichert ist. Geringverdiener zahlen in Deutschland überhaupt keine oder nur ganz gering Steuern, da das Existenzminimum steuerfrei gestellt ist und man also erst ab dem ersten Euro über dem Existenzminimum einer Familie mit der Versteuerung des Lohns beginnt.