Wegen sinkender Medikamenten-Preisen? Jede 5. Apotheke ist in Gefahr

Jammern die Apotheker auf hohem Niveau oder sind sie tatsächlich bedroht. Konsumentenschützer und Apotheker sind sich nicht einig.

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In einem sind sich die meisten Schweizer wohl einig: Medikamente sollten möglichst günstig sein. Steigende Tarife sind Gift für ein funktionierendes Gesundheitssystem.

Pharmasuisse sieht das anders. Der Verband der Schweizer Apotheken warnt sogar ausdrücklich vor fallenden Tarifen. «Die Zitrone ist ausgepresst», sagt Lorenz Schmid (49), Inhaber der TopPharm- Apotheke Paradeplatz in Zürich. Wie kommt das?

«Rund ein Fünftel der Apotheken sind in ihrer Existenz bedroht und befinden sich in einem schlechten Umfeld», schreibt Pharmasuisse in der aktuellsten Ausgabe seiner Verbandszeitung. Es ist das Fazit einer Umfrage bei über 1000 Apotheken.

Schmid sagt: «Die Rentabilität hat in den letzten Jahren stark unter den sinkenden Medikamentenpreisen gelitten.» Gleichzeitig seien Lohnkosten und Mietzinse gestiegen. «Wir verlieren Jahr für Jahr an Umsatz und Gewinn.»

Die Fakten zeigen, dass die Apotheker wohl auf hohem Niveau jammern – und auf Vorrat. Denn der Umsatz mit Medikamenten in Apotheken stagniert. Genauso wie die Anzahl Apotheken. Pharmasuisse will vor allem verhindern, dass der Bund wie geplant die Tarife für Originalmedikamente drückt.

Ein Vorhaben, das wiederum vom Preisüberwacher begrüsst wird. Da stellt sich die Frage, ob es nicht eher zu viele Apotheken gibt. «Nein», antwortet Schmid. «Frankreich, Italien, Spanien und Portugal haben eine höhere Apotheken-Dichte als die Schweiz. Mit Deutschland und Holland liegen wir etwa gleichauf.»

Publiziert am 28.07.2014 | Aktualisiert am 29.07.2014
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6 Kommentare
  • Rolf  Hess aus Münchenbuchsee
    30.07.2014
    Ich weiss, dass die Apotheken bei der Swissmedic gebettelt haben, dass die Preise für Teststreifen bei Zuckerkranken erhöht werden, damit sie mehr verdienen. Die Roche verlangt für diese Streifen, die in den USA schon bei hohem Dollar hergestellt wurden, einen enorm hohem Preis. Siehe da, dem Gesuch wurde stattgegeben.
  • Lara  Egger , via Facebook 29.07.2014
    Und wie sieht es mit den Drogerien aus??! Die Apotheken nehmen immer mehr Drogeriesortiment zB Naturheilmittel auf, aber die Drogerien dürfen dank doofen Gesetzen nicht alle Medikamente zB Liste C Produkte der Apotheke verkaufen! Obwohl die Ausbildung einiges anspruchsvoller ist wie die einer Pharmaassistentin...
  • Florian  Sarkar aus Balsthal
    29.07.2014
    Ohne Apotheke in der Nähe würden die Leute einfach gleich zum Arzt gehen, was im Endeffekt um einiges teurer wäre. Da sollte man schon ein bisschen weiterdenken, bevor man eine medienwirksame Sparrunde inszeniert.
  • Reto  Steinmann aus Seegräben
    29.07.2014
    Es ist nicht verwunderlich, dass angesichts der stetig wiederkehrenden Sparrunden im Medikamentenbereich immer mehr Apotheken existentielle Probleme haben. Das nennt sich wohl "zTod spare" und muss dringend aufhören. Unsere Gesundheit als unser höchstes Gut sollte uns etwas Wert sein.
  • Rolf  Büchler aus Biel
    29.07.2014
    Es ist eines nicht zu Vergessen 90 Prozent der Apotheken sind an einer guten Geschäftslage immer in der Mitte einer Ortes .Aus diesem Grund sind die Mieten schon teuer. Personalkosten sind erheblich !
    Das Fachwissen von Pharma-Angestellten ist nicht zu Unterschätzen , es sind alles Qualifizierte Leute. Wir habe einfach Höher Kosten als EU Raum. Rolf aus Erlach