Wegen Gift-Handys Fastenopfer kritisiert Telekom-Anbieter

LUZERN/BERN - Allein in China sind bis heute rund 100'000 Menschen an den Folgen einer Benzolvergiftung gestorben. Das Fastenopfer gibt den Schweizer Telekom-Anbietern eine Mitverantwortung daran.

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Die kirchlichen Entwicklungsorganisationen Fastenopfer und Brot für alle starten eine Aufklärungskampagne, die zu einem Verbot von Benzol bei der Produktion von Mobiltelefonen führen soll.

Das Lösungsmittel wird in der Endphase der Mobiltelefonproduktion verwendet und ist hoch giftig. Laut einer Studie sind allein in China bis heute rund 100'000 Menschen an den Folgen einer Benzolvergiftung gestorben.

Swisscom ist «mittelmässig»

Eine Untersuchung von Brot für alle und Fastenopfer zeigt auf, dass die Schweizer Mobiltelefon-Verkäufer ihre Verantwortung bezüglich Verwendung von Benzol nicht wahrnehmen. Am besten schneidet Swisscom ab.

Das vom Bund kontrollierte Unternehmen habe zwar keine Benzol-Richtlinien, verfüge aber über eine klare Beschaffungspolitik zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Die Swisscom engagiere sich bei Brancheninitiativen und mache Kontrollen in Zulieferfirmen. Das reicht in der Untersuchung zur Note «mittelmässig».

Sunrise bloss «ungenügend»

Die Vorkehrungen von Sunrise gegen die Anwendung von Benzol werden in der Untersuchung hingegen als «ungenügend» taxiert. Sunrise wende den Verhaltenscodex der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC) an, der für die Fabrikangestellten unter anderem die Ausbildungen zu giftigen Chemikalien vorsieht. Kritisiert wird, dass Sunrise keine eigene Abteilung für Unternehmensverantwortung hat.

Salt und Mobilezone erhalten sogar ein «inakzeptabel»

Salt und Mobilezone erhalten die Note «inakzeptabel». Die beiden Firmen stellten sich taub und stritten jegliche Verantwortung ab, kritisieren die Organisationen. Salt habe die Abteilung für soziale Unternehmensverantwortung letztes Jahr aufgelöst.

Die Schweizer Mobiltelefon-Verkäufer müssten sich dafür einsetzen, dass die Markenfirmen, deren Handys sie verkauften, Massnahmen ergreifen, um Benzol aus der Produktion zu verbannen, fordern Fastenopfer und Brot für alle in einer Petition gegen Benzol. «Alternativen sind vorhanden», sagt Daniela Renaud, Verantwortliche der Anti-Benzol-Kampagne der beiden Organisationen: «Sie sind weniger gefährlich für die Gesundheit und kosten weniger als einen Franken mehr pro Telefon.»

Benzol sei hoch krebserregend und seit Jahrzenten in den meisten westlichen Ländern für den industriellen Einsatz untersagt. In der Schweiz ist die Verwendung von Benzol seit 1975 verboten. Trotzdem wird Benzol bei der Endfertigung von IT-Produkten für die westlichen Märkte verwendet. Laut Mitteilung leiden weltweit bis zu 300'000 Arbeitende an den Folgen von Benzol.

Publiziert am 05.09.2016 | Aktualisiert am 04.11.2016
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2 Kommentare
  • Xaver  Perte 05.09.2016
    Deshalb sollte man für solche Geräte nur Alkalytbenzin verwenden. Dieses wird extra so hergestellt, dass es möglichst wenig schädliche Stoffe beinhaltet und sehr sauber verbrennt. Es ist zwar etwas teurer, aber das sollte einem die Gesundheit wert sein.
  • E.  Huber aus Chur
    05.09.2016
    Benzol ist auch in Motorenbrennstoffen enthalten. Kettensägen, Laubbläser, Heckenscheren und Rasenmäher führen zu zusätzlichen Benzolbelastungen, wenn sie mit handelsüblichem Motorenbenzin betrieben werden. Bei der Benützung solcher Geräte sind Hobbygärtner hohen Konzentrationen schädlicher Abgase ausgesetzt - einschliesslich dem Benzol