Wegen Franken-Schock Hunderte Schweizer Tankstellen vor dem Aus?

Immer mehr Schweizer fahren zum Tanken über die Grenze. Das macht gerade den Betreibern in der Ostschweiz schwer zu schaffen.

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Besonders bei Diesel kann der Schweizer Autofahrer sparen.

imago/MIS

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Jahrelang war die Schweiz ein beliebtes Ziel für Benzin-Touristen. Autofahrer aus Deutschland und Österreich kamen über die Grenze, um hier ihren Tank vollzumachen. Sie sparten Geld – und füllten zusätzlich die Schweizer Kassen. Nach dem Frankenschock war Schluss mit dem Billig-Benzin, die Umsätze der Tankstellenbetreiber brachen teilweise über Nacht zur Hälfte ein. Jetzt hat sich das Bild sogar gekehrt: Immer öfter entdeckt man Schweizer Kennzeichen an deutschen Zapfsäulen.

«Die Tankstellenbetreiber haben sehr stark vom Grenztourismus gelebt», sagt Daniel Hofer, Geschäftsführer der «Migrol AG», gegenüber dem Fernsehsender «TVO». Das bestätigt auch Ramon Werner, Geschäftsführer der «Oel-Pool-AG»: «In der Grenzregion ist es dramatisch. Da verliert eine einzelne Tankstelle durchaus bis zu 60 Prozent. Wir mussten sogar einen Shop zumachen.» Bis zu 1500 Tankstellen könnten laut Experten in der Schweiz schon bald sterben.

Auch bei der Erdöl-Vereinigung ist das Problem schon seit Längerem bekannt. «Letztes Jahr kam der Tanktourismus allerdings praktisch zum Erliegen. Ein Bild, das für die Betankung von Diesel schon länger gilt», sagt Sprecherin Francesca Romano auf Anfrage von BLICK. 

Ersparnis bis zu 30 Rappen pro Liter 

Tatsächlich ist die Ersparnis gross: Kostet der Liter bleifrei im Grenzort St. Margrethen SG 1,24 Franken, liegt der Preis ein paar Kilometer hinter der österreichischen Grenze bei 1,04 Euro. Selbst beim derzeitigen Wechselkurs spart der Schweizer Autofahrer mindestens 10 Rappen pro Liter.

Bei Diesel ist der Vergleich sogar noch extremer. In der Schweiz kostet der Liter um die 1,35 Franken, in Österreich nur 95 Cent – eine Ersparnis von rund 30 Rappen. Besonders bei grossen Wagen lohnt sich das schnell.

Guter Service als Massnahme

Diesem Trend könne man nur mit anderen Massnahmen entgegenwirken, heisst es bei der Kette «Socar». «Der Kunde sucht die Tankstelle nicht nur aufgrund des Preises, sondern auch aufgrund von Kundenfreundlichkeit, Zufahrt und Bequemlichkeit», sagt Geschäftsführer Edgar Bachmann gegenüber «TVO». Er ist sich sicher: «Wenn ein Schweizer Kunde in der Schweiz guten Service hat, dann geht er nicht wegen eines kleinen Preisunterschieds über die Grenze.» (jvd)

Publiziert am 15.01.2016 | Aktualisiert am 08.07.2016
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  • Nic  Megert , via Facebook 16.01.2016
    Es ist schon toll wie nun jedes Problem dem abgeblichen Frankenschok in die Schuhe geschoben wird! Dabei liegt das Problem in der Tatsache, das in der CH 88Rp. je Liter Staatsabgaben sind. Will heissen, das selbst wenn das Rohöl je Liter nur 10Rp. kosten würde bei der CH Tanke immer noch 98Rp. fällig wären! Wenn die Deutschen also dem Bürger weniger Abgaben je Liter abnehmen, ist der Sprit somit günstiger. Das hat nun wirklich garnichts mit Wechselkursen zu tun!
  • Konrad  Stoll aus Buengkan
    16.01.2016
    Gute Idee, Treibstoffzölle senken und als ausgleich die Einkommenssteuer erhöhen, so ca 1/3 danke.
  • Stefan  Brodbeck aus Muttenz
    16.01.2016
    Tankstellenbetreiber wie Coop, Migros oder Landi/Agrola die auf einen guten Shop bauen, werden ihr Netz auch weiterhin ausbauen. Kleinere Betreiber werden dafür aussterben.
  • H.  Potter aus Zürich
    16.01.2016
    @socar, wenn ich Vielfahrer bin und an der Grenze wohne lohnt sich Tanken im Ausland allemal, bei meinem Fahrzeug und meinen gefahrenen Kilometern, sind das aktuell Fr. 54.- monatlich! Und ob ich nun in der Schweiz oder im Ausland die Zapfsäule selber bediene macht für mich keinen Service Unterschied!
  • michel  koeb 16.01.2016
    Als das Benzin 1.80 .- kostete hat keiner dieser Tankstellenbesitzer gejammert...aber auch kein Rp. investiert, also was soll jetzt das Gejammer ?