CS-Chef wehrt sich gegen Spardruck Thiam plant bis 2020

CS-Chef Tidjane Thiam (53) plant bereits fürs nächste Jahrzehnt und will neue Jobs schaffen. An der Börse steht seine Bank aber massiv unter Druck.

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Tidjane Thiam, CEO Credit Suisse. Keystone

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Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam plant bis ins Jahr 2020. Der im vergangenen Oktober angekündigte Umbau der CS ist zwar auf das Jahr 2018 ausgerichtet. Das war aber ein Zugeständnis an die Investoren, wie Thiam an einer Podiumsdiskussion am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos verrät: «Man muss Kompromisse eingehen, damit die Leute zufrieden sind.» 

Der Plan vom Oktober sieht den Abbau von 1600 Stellen in der Schweiz und von 1800 Stellen in London vor. Langfristig will Thiam bei der CS aber neue Jobs schaffen. Es sei seine Aufgabe als CEO, die CS auf Wachstumskurs zu bringen. 

Um das nötige Kapital dafür zu erhalten, muss Thiam die Investoren hinter sich bringen. Er wehrt sich dagegen, dass einseitig gespart und zu wenig investiert wird. «Dies führte zum Niedergang der britischen Automobil-Industrie», warnt er. «In Grossbritannien werden noch heute Autos gebaut. Die britischen Firmen gingen aber alle bankrott, weil sie zu Dividenden-Maschinen umgebaut wurden.» 

Die Schwierigkeit für Thiam liegt darin, die Investoren so lange bei Stange zu halten, bis die neue Strategie Früchte trägt. Das funktioniere nur, wenn auch kurzfristig Erfolge sichtbar würden: «Es ist wichtig, dass man einen langfristigen Plan hat, aber es ist ebenso wichtig, dass man bis dann am leben bleibt.»

Derzeit steht die CS massiv unter Druck. Die Aktie verliert bis Mittag mehr als 5 Prozent und fällt auf den tiefsten Stand seit Sommer 2012.   

Als Co-Präsident spielt Thiam eine prominente Rolle am WEF. In Davos gehört er zu den Stammgästen. Bereits zu seiner Zeit als Minister in der Elefenbeinküste wurde er in den 1990-er Jahren ans WEF eingeladen. Wegen eines Militärputsches konnte Thiam die Reise in die Schweiz aber nicht antreten.

Publiziert am 20.01.2016 | Aktualisiert am 09.04.2016
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5 Kommentare
  • Mosimann  Beat 01.02.2016
    Die CS ist seit 20 Jahren eine Baustelle und wird es immer bleiben. Das eigentliche Problem ist aber der VR, der das durch das Anstellen irgendwelcher unwissenden Schaumschläger und High-Flyer provoziert.
  • Anna  Rusch 21.01.2016
    Hätte die CS nicht so liebenswerte Angestellte an den Schaltern, so hätte ich längst die Bank gewechselt, Herr Thiam!
  • William  Quispe aus Bellinzona
    20.01.2016
    "Es sei seine Aufgabe als CEO, die CS auf Wachstumskurs zu bringen." Was der gute Mensch verschweigt: der Markt ist gesättigt. Wachstum kann nur erreicht werden, indem man die kleinere Konkurrenz zerstört. Und ein paar wenige Bankster profitieren davon. Der Rest der Menschheit guckt in die Röhre.
  • Timo  Glauser 20.01.2016
    Komisch, noch vor ein paar Monaten hiess es, der Thiam will sparen, und zwar beim Personal. Nur nicht beim obersten Kader, hiess es weiter. Nun plötzlich die Kehrtwende? Sehr glaubwürdig. Sehr langfristige Strategie. Vielleicht will er tatsächlich Jobs schaffen. Die Frage ist nur, zu welchen Bedingungen...
  • Oliver  Hardy 20.01.2016
    Schön wäre es wenn Thiam mit gutem Beispiel vorangehen würde
    und bei sich selbst den Lohn kürzen würde.Das wäre ein Zeichen setzen auch für die Angestellten die jahrelang gut Arbeit geleistet haben