Wasser auf die Mühlen der SBB WLAN im Zug rückt in weite Ferne

Die Deutschen und Österreicher haben im Zug die viel schlechtere Mobilfunk-Abdeckung als die Schweizer. Die SBB sehen immer weniger Gründe, ihre Züge mit WLAN auszurüsten.

SBB nutzt Netztest-Ergebnis für sich: WLAN rückt in weite Ferne play
Sie wird auch in Zukunft nicht über WLAN im Zug surfen. Christof Schürpf

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Urner haben die tiefsten Medikamentenkosten der Schweiz Darum sind wir...
2 30’000 Franken Lohn pro Monat So viel kassieren Krankenkassen-Makler
3 Weil sie gratis sind Zalando-Rücksendungen sorgen für Export-Wunder!

Wirtschaft

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

Der Triumph der Schweizer Mobilfunkanbieter ist auch einer für die SBB. Heute Morgen gab das Tech-Magazin «Connect» bekannt, dass die Schweizer Provider besseren Empfang bieten als deutsche und österreichische Anbieter.

Besonders deutlich sind die Unterschiede, wenn der Kunde im Zug sitzt. Darum loben die Bundesbahnen in einer Medienmitteilung nicht nur die Mobilfunkanbieter für den hohen Netzstandard, sondern auch sich selbst: «Ein weiterer Erfolgsfaktor für den guten Empfang im Zug ist die von den SBB und den Mobilfunkanbietern konsequent verfolgte Strategie, 3G/4G-Signalverstärker in die Züge einzubauen.»

Deutsche Bahn weit voraus

Damit rückt der Einbau von WLAN ins Rollmaterial der SBB in weite Ferne. Während die Bahn in Deutschland bis Ende Jahr Gratis-WLAN in ihren ICE einbaut und bis 2020 auch einen Grossteil ihrer Regionalzüge mit Routern ausrüsten will, stehen die SBB auf der Bremse.

«Die meisten Kunden haben ein Smartphone mit Flatrate», hatte SBB-Chef Andreas Meyer schon im März im BLICK gesagt. Allerdings zeigte die SRF-Konsumentensendung «Espresso» später auf: Die meisten Schweizer haben gar kein Flatrate-Abo.

Überlastung wäre mit Routern unwahrscheinlicher

Viel eher halten wohl die hohen Kosten die SBB davon ab, ihre Züge mit WLAN-Routern auszurüsten. Zu «Espresso» sagten die SBB, sie müssten dafür einen dreistelligen Millionenbetrag in die Hand nehmen und die Kosten wohl auf die Kunden überwälzen. 

«Wir sind im Jahr 2016. Da müsste WLAN im Zug Standard sein», beschwert sich Ralf Beyeler (38), Mobilfunkexperte beim Vergleichsdienst Verivox. «Erstens wegen der Touristen, die sich in der Schweiz oft nicht extra eine SIM-Karte kaufen wollen.»

Zweitens, weil sich die Router jeweils aus allen Netzen gleichzeitig Daten saugen würden. «So könnten Funklöcher einzelner Anbieter überbrückt und eine permanente Verbindung garantiert werden.»

Publiziert am 29.11.2016 | Aktualisiert am 29.11.2016
teilen
teilen
0 shares
9 Kommentare
Fehler
Melden

9 Kommentare
  • Ursula  Reichenbach aus Schwarzenbach
    30.11.2016
    Herr Aregger nicht das Handy wird wichtig genommen sondern die Benutzer nehmen sich viel zu wichtig. Wenn ich als Touristin unterwegs bin habe ich Ferien und brauche kein WLAN.
  • Paul  Neidhart aus Zürich
    29.11.2016
    ich bin für Handyverbot in Zügen - das belanglose Gequatsche hält ja kein Mensch aus :-)
  • News  Man 29.11.2016
    Eigenartige Argumentation, kein WLAN einzuführen. Einerseits will man den ÖV fördern und den Strassenverkehr drosseln und andererseits werden die Preise stetig erhöht, die Löhne in der Teppichetage steigen weiter und man verunmöglicht Pendlern wie bspw. Journalisten, die auf das Internet angewiesen sind, die Zeit zu nutzen und mit dem Laptop zu arbeiten.
  • Peter  Brunner 29.11.2016
    Hauptsache ist, die SBB zocken die Fahrgäste mit den ständigen Preiserhöhungen ab. Defekte WCs WLAN usw. ist doch wurscht. Punkt
  • Charly  aus Belp
    29.11.2016
    WLAN in den Zügen muss und darf nicht sein, sollte verboten werden, auch das getakelt auf den Laptoptasen nervt schon sehr stark, zudem die oft naiven Gespräche mit den Natels ist auch sehr nervig!
    Mich interessiert doch nicht was der Kollege/Inn gerade macht, oder wo der telefonierer/Inn gerade ist interessiert mich auch nicht, ich will mit dem Zug bloss von A nach B und dafür bezahle ich auch und möchte doch etwas ruhe haben, in der ersten Klasse ist es besonders schlimm mit den Laptops