Warum Sika Saint-Gobain nicht braucht: Die schöne Schweizerin und das alte Biest

ZÜRICH - Kein Wunder stemmt sich Sika gegen den Verkauf an Saint-Gobain: Die Franzosen können wirtschaftlich nicht Schritt halten. Die Sika-Länderchefs drohen mit der Kündigung, sollte der Deal zustande kommen.

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Seit 15 Monaten tobt der Übernahmekampf zwischen Saint-Gobain und Sika. Die Fronten sind härter denn je. Die 160 Sika-Länderchefs drohen mit der Kündigung, sollte ihr Unternehmen verscherbelt werden: «Wir stehen nicht zur Verfügung für einen Deal», sagt USA-Chef Christoph Ganz.  

Die jüngsten Resultate sprechen klar gegen einen Verkauf. Gestern legte Saint-Gobain die Jahreszahlen vor, heute Sika. Der Vergleich zeigt: Die unter Sonnenkönig Louis XIV. gegründete einstige königliche Glasmanufaktur Frankreichs ist zwar rund acht Mal grösser als Sika, bei Wachstum und Profitabilität können die Franzosen aber nicht Schritt halten. 

Sika hat überall die Nase vorn

- Umsatz: Sika ist letztes Jahr um 4 Prozent gewachsen, wenn man Währungs- und Akquisitionseffekte abzieht. Saint-Gobain legte nur um 0,4 Prozent. Fazit: Sika wächst zehn Mal schneller.    

- Gewinn: Sika steigerte den Gewinn um 5,4 Prozent auf 441 Millionen Franken. Das ergibt eine Reingewinnmarge von 8,5 Prozent. Saint-Gobain erwirtschaftete einen Reingewinn von 1,3 Milliarden Euro, was einer Gewinnmarge von 3,3 Prozent entspricht. Fazit: Trotz des starken Frankens ist Sika mehr als doppelt so profitabel. 

- Synergien: Saint-Gobain verspricht Sika bei einem Deal einen operativen Zusatzgewinn von 70 Millionen Franken in den nächsten vier Jahren. Sika hat allein im letzten Jahr den operativen Gewinn um 40 Millionen Franken gesteigert. In Lokalwährungen waren es sogar 80 Millionen. Fazit: Sika braucht Saint-Gobain nicht. 

Saint-Gobain würde mit Sika besser aussehen

Anders sieht die Situation für Saint-Gobain aus. Mit Sika könnte der französische Mischkonzern seinen mediokren Zahlenkranz herausputzen. Chef Pierre-André de Chalendar hält denn auch eisern an der Übernahme fest. Er listet den Sika-Kauf unter den strategischen Prioritäten für das laufende Jahr auf. 

Doch auch Sika-Präsident Paul Hälg bleibt hart: «Die Resultate stärken unsere Position im Abwehrkampf gegen Saint-Gobain», sagt er. Und weiter: «Wir kämpfen so lange weiter, wie es nötig ist.»

Ein Vorentscheid wird bis Mitte Jahr erwartet. Bis dann entscheidet das Kantonsgericht Zug über den Deal. Der Sika-Besitzerfamilie Burkard würde er 2,8 Milliarden Franken in die Kasse spülen. Die Publikumsaktionäre würden dagegen leer ausgehen.   

 

Publiziert am 26.02.2016 | Aktualisiert am 27.02.2016
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2 Kommentare
  • Marc  Toscano aus Basel
    27.02.2016
    Was geht in den köpfen dieser Familie vor. Klar ein verkauf würde sie in kurzer zeit reich machen. Aber bring der besitz dieses unternehmens am ende über genereationen der familie nicht viel mehr geld? Denken die auch an die zukunft ihrer familie? Wohl nicht. Da schaut man sich den rocheclan an welche ihre unternehmensanteile der nächsten generation weiter geben und so jedes jahr eine stattliche summe an dividenten abräuhmen.
  • german  schnyder aus erschmatt
    27.02.2016
    Was muss das für eine Geld gierige Familie sein
    Einen so guten Konzern ins Ausland
    Zu verscherbeln......
    Am Ende kann auch diese Familie das Geld nicht mit nehmen.......