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Wann schützt Bern endlich unser Geld?

Bankenpleiten, Börsensturz – wer rettet jetzt unser Erspartes? Unsere Nachbarn reagieren mit Staatsgarantie für die ganzen Spargelder. In der Schweiz dagegen sind nur Guthaben bis 30'000 Franken gesichert!

Von Georges Wüthrich | Aktualisiert um 10:01 | 07.10.2008
Angela Merkel hat gehandelt.Deutschland will für die unvorstellbare Summe von 568 Milliarden Euro geradestehen.

Irland zog als erstes Land die Konsequenzen. Auch Däne­mark, Grossbritannien, Griechenland und Schweden haben Staatsgarantien für ihre Kleinanleger angekündigt. Die Regierungen versuchen so, die Bürger zu beruhigen.

Und die Schweiz?
Funkstille. Geschützt sind bei uns nur 30´000 Franken. Die Banken stehen zwar für diesen Betrag gerade – innerhalb von 90 Tagen. Für diesen Zweck haben sie einen Fonds von 4 Milliarden geäufnet. Zudem kommen im Falle eines Zusammenbruchs einer Bank Einlagen bis 30´000 Franken automatisch in die sichere 2. Konkursklasse.

Angesichts der 303 Milliarden Franken Einlagen von Sparern, die in der Schweiz wohnhaft sind, ist dies ein erbärmlicher Schutz. Denn nur ein Drittel der Anleger hätten im Katastrophenfall eine Staats­garantie: die Kunden der meisten Kantonalbanken und der Post­Finance.

Langsam, aber sicher erwacht die Schweizer Politik. Der Solothurner CVP-Nationalrat und Wirtschaftsanwalt Pirmin Bischof (48) und die Baselbieter SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer (60) wollen die Grenze für die im Falle eines Konkurses privilegierten Einlagen auf 100´000 Franken heraufsetzen. SP-Finanzexpertin Leutenegger Oberholzer möchte immerhin noch eine Anhebung des Anlegerschutzes durch die Banken prüfen lassen.

Motionär Bischof verlangt, dass der Bundesrat bis zur Wintersession die Gesetzesvorlage ausarbeitet.
Und wenn die Zeit nicht reicht?

Szenario 1: Sondersession
Der Bundesrat erlässt einen dringli­chen Bundesbeschluss. Das Parlament tritt kurzfristig zu einer Sondersession zusammen.

Szenario 2: Notrecht
Der Bundesrat agiert über Nacht mit Notrecht. Das kann er in ausserordentlichen Lagen nach Artikel 184 und 185 der Bundesverfassung tun. Mit einer Absegnung der Vorlage durch die Finanzdelegation des National- und Ständerates wäre die Sache geritzt.

Ist eine hundertprozentige Staatsgarantie in der Schweiz überhaupt eine Option?
Der Bundesrat könnte auch sie per Notrecht beschliessen. Eben­so wie er eine Rettungsaktion à la Hypo Real Estate Group in Deutschland über Nacht auf die Beine stellen könnte – zusammen mit den Banken.

Nur will das in der Schweiz nicht einmal die Linke: «Das ginge nur mit strengsten Auflagen, die praktisch einer Verstaatlichung gleichkommen», sagt der Frei­-­burger SP-Ständerat Alain Berset (45).

Für die Gefahr einer Banken­pleite in der Schweiz gibt es zum Glück keine Anzeichen. Mit einer beruhigenden Garantie liesse es sich in diesen stürmischen Zeiten trotzdem besser schlafen.

Was meinen Sie: Braucht es in der Schweiz eine höhere Staatsgarantie für unsere Spargelder?



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Rene Amstutz, 3177 Laupen - 13:21 | 09.10.2008
» Dringend JA!
Waldmeier Hans, 9300 Wittenbach - 15:41 | 07.10.2008
» Braucht es unbedingt
Hans, St. Gallen - 15:34 | 07.10.2008
» X-Staaten garantieren auf einmal grosse Summen für Sparer, teilweise zu 100 Prozent. Das sind doch einfach "Beruhigungspillen". Sollten einige grosse Banken in Europa oder weltweit kolabrieren, die Befürchtung ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dann ist doch bei den Staaten die Riesensumme gar nicht vorhanden und was mich wundern würde, wo ist das Geld das ist doch nebst dem Fiktiven noch da, vermutlich gibt es einfach ein paar Milliardäre mehr dank den Kundenverlusten die die Staaten übernommen haben, ich sag's schon lange wir sind von immer mehr Halunken umzingelt und vorallem die westliche Welt ist zum grossen Saustall verkommen.
max, dietikon - 15:23 | 07.10.2008
» Freut euch doch!!! Nun ist es endlich so weit... ihr habt alle darauf gewartet! Ihr wart es, welche alle um ihr Geld beneidet habt. Nun ists so weit... egal ob jemand 30'000 oder 30Mio aufm konto hat... bald ists eh das selbe:) Und falls das nicht genügt nehmt ihr noch eins zwei Kreidite auf dann wirds schon bald passen.
Keller, Heimberg - 15:18 | 07.10.2008
» Also was im Moment ab geht ist reine Hysterie, besser bekannt unter Angstmacherei, oder auch Auflagenturbo der zeitungen. Bekanntlich wird ein Gewinn oder Verlust erst eingefahren wenn er realisiert wird. Aber im Moment wird eigentlich nur von es könnte, es hätte, würde etc gesprochen. Wunderbar um alles anzuheitzen. Na klar soll der Staat jetzt plötzlich 100 Prozent Garantie übernehmen. Doch woher nimmt der Staat das Geld und was macht er wenn er keines mehr hat? Island lässt grüssen. Man kann nicht einerseits über den Staat und die Regierung in Bern wettern und anderseits soll nun plötzlich dieser Staat und diese Regierung Garantien abgeben. Und ganz zum Schluss, muss wohl jeder / jede mit sich ins Gericht gehen. Alle wollten immer die besten Renditen und natürlich am wenigsten Steuern bezahlen. Einmal geht diese Rechnung nicht mehr auf.
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