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Letzte Woche hatte schon die Caritas Alarm geschlagen (im BLICK). 900000 Arme gibts gemäss ihren Berechnungen. Wegen der hohen Dunkelziffer ist Walter Schmid, Präsident des Fachverbands für Sozialhilfe (Skos) zwar etwas vorsichtiger.
Aber auch er rechnet mit «mindestens einer halben Million». Offizielle Zahlen gibt es nicht.
«Es gibt jedenfalls so viele Arme, dass die reiche Schweiz ihre Augen nicht vor ihnen verschliessen darf», so Schmid. Wobei er «Armut» so definiert: «Arm ist jemand, der mit seinem Einkommen auch eine bescheidene Lebensführung nicht finanzieren kann.»
Für den Schweizer Durchschnitt bedeutet das laut Skos: Weniger als 2300 Franken pro Monat für eine alleinstehende Person.
«Armut sieht bei uns natürlich anders aus als im Sudan», sagt Schmid. Öffentliches Elend gebe es kaum, Armut finde hinter verschlossenen Türen statt. Wie beim Arbeitslosen oder der alleinstehenden Mutter in den obenstehenden Beispielen.
Hier muss laut Schmid auch die Armutsbekämpfung ansetzen: «Schwerpunkte müssen Projekte für Langzeitarbeitslose sein und Fördermassnahmen für einkommensschwache Familien.» Weil 2010 bei vielen neuen Arbeitslosen die Taggelder auslaufen und sie dann in die Sozialhilfe abrutschen, herrscht laut Schmid dringender Handlungsbedarf: «Für die Banker ist die Krise vielleicht vorbei, aber für die Arbeitslosen fängt sie erst richtig an.»
Skos-Präsident Walter Schmid.- Keystone