Public Eye Award: Rapper Stress kämpft gegen Schmuddelfirmen «Wählt das übelste Unternehmen»

  • Publiziert: 11.01.2011, Aktualisiert: 20.01.2012

Rapper Stress eröffnet den Public Eye Award. Er ruft zur Online-Abstimmung für den Schmähpreis für die schlimmste Firma auf.

«Ab sofort könnt ihr über das übelste Unternehmen abstimmen auf www.publiceye.ch. Mach mit, es ist wichtig», ruft Rapper Stress in einem Testimonial für den Public-Eye-Award auf.

Unter den sechs Nomierten für den Schmähpreis, der Ende Januar am Rande des World Economic Forum (WEF) in Davos verliehen wird, befindet sich auch eine prominente Schweizer Firma.

Die Jury der beiden Nichtregierungsorganisation Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace hat den Schweizer Stromversorger Axpo ausgewählt, weil er Uran aus der russischen Anlage Majak bezieht.

Majak gelte als verstrahltester Ort der Welt mit überdurchschnittlichen Krebsraten und Fehlgeburten.

BP führt die unrühmliche Liste an

Am meisten Negativstimmen bei der seit gestern Montag laufenden Online-Abstimmung hat bisher der britische Energiemulti BP eingefahren.

«Das Öldesaster im Golf von Mexiko kostete elf Menschen das Leben und wird längerfristig riesige Zonen des Ozeans abtöten», so beschreibt die EvB die unternehmerischen Skrupellosigkeiten des Ölmultis.

iSlaves für iPhone

Wegen miserabler Arbeitsbedingungen und Entlöhnung angeprangert wird weiter die taiwanesische Firma Foxconn. Diese stellt die Elektronik für Apple, Dell, Nokia und andere Weltmarken her und geriet im vergangenen immer wieder in die Schlagzeilen. Zahlreiche Angestellte nahmen sich das Leben, angeblich weil sie die Arbeitsbedingungen in den Tod trieben.

Zur Wahl in die «Hall of Shame», welche die Erklärung von Bern 2005 lanciert hat, steht auch der südafrikanische Bergbaukonzern AngloGold Ashanti. «Weil er beim Goldabbau in Ghana seit Jahren Land und Leute vergiftet», lautet die Begründung.

Philip Morris im Visier

Weiter nominiert ist die finnische Neste Oil, welche unter der irreführenden Bezeichnung Green Diesel europaweit Biosprit aus Palmöl verkaufe, das den Regenwald zerstöre.

Letzter Kandidat für die Negativ-Awards ist der amerikanische Zigarettenproduzent Philip Morris mit Hauptsitz in Lausanne. Er habe Klage gegen Uruguays neues Raucherschutzgesetz erhoben.

Die Online-Abstimmung auf publiceye.ch über «die sechs skandalösesten Fälle von Grossfirmen» läuft noch bis 27. Januar. Die Schmähpreise werden dann einen Tag später in Davos verliehen.

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