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Der Pharmakonzern Novartis gab heute seine Zahlen bekannt: 9,2 Milliarden Dollar Reingewinn bei 58,6 Milliarden Umsatz. Kann man sich darüber freuen?
Ja, vorausgesetzt man hat erstens Novartis-Aktien und zweitens kein Gedächtnis.
Sonst müsste man sich nämlich daran erinnern, auf wessen Kosten der Pharmariese diese Gewinne erzielt.
Wir haben eben ein kleines Müsterchen miterlebt. Novartis drohte, am Produktionsstandort Prangins VD 320 Stellen zu streichen, und liess sich die Weiterführung des Betriebs wie folgt honorieren: 2,5 Stunden Gratis Mehrarbeit pro Woche und Lohnabstriche im Gesamtwert von 7 Lohnprozent.
Umwandlung von 21‘000 Quadratmeter Industrie- in Bauland.
Mehrwert für Novartis: Mindestens 20 Millionen Franken.
Zehn Jahre lang Ermässigung der kantonalen und kommunalen Steuer. Wie viel bleibt ein Geheimnis.
Kanton, Gemeinde und Angestellten haben dem Druck nachgegeben, weil sie dringend auf Arbeitsplätze angewiesen sind. Alle andern Novartis-Standorte weltweit brauchen die Jobs noch dringender. Novartis weiss und nutzt das.
Die Aktionäre sind dennoch nicht zufrieden. Sie hatten mehr Gewinn erwartet. Novartis Chef Jo Jimenez weiss, was er zu tun hat.
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Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist.