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Lieber Herr Schwab,
es ist zwar schon eine Woche her, aber es tut immer noch weh. Da haben Sie in Davos Frau Merkel zu Gast, die Architektin der umstrittenen europäischen Sparpolitik. Und was machen Sie daraus? Smalltalk von der smallsten Sorte.
Dabei hat Merkels Sparpolitik schon ziemlich viel kaputt gemacht: Die griechische Wirtschaft ist um 15 Prozent geschrumpft und schrumpft weiter, in Spanien haben 48 Prozent der Jungen keine Arbeit. Die Staatsschulden steigen überall weiter an. Und in Deutschland liegt der Einzelhandel heute unter dem Niveau von 1994.
Und nun? Frau Merkel schloss ihre Davoser Rede mit dem untertänigen Wunsch an die versammelten Wirtschaftsbosse, sie möchten doch bitte, bitte beim nächsten Investitionsentscheid auch an Europa denken. Flammende Visionen sehen anders aus. Dann kamen Sie – und es kam nichts, keine kritische Frage, keine Alternative, null Ideen, nada, nothing, rien du tout. Nur ein Bild mit Symbolcharakter: Eine Machthaberin und ein devoter Stichwortlieferant. Das sind die Momente, in denen Europas Jugend das Vertrauen in die Politik verliert.
Es muss ja nicht gerade ein Aufschrei sein, aber im Lungenkurort Davos hätte man wenigstens ein diskretes Hüsteln erwartet.
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