Abrechnung mit Klaus Schwab WEF-Gründer war nur Merkels Stichwortlieferant

  • Publiziert: 01.02.2012, Aktualisiert: 02.02.2012
  • von Werner Vontobel

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Werner Vontobel
Werner Vontobel
Der Volkswirtschafts-Experte der BLICK-Gruppe.

WEF-Gründer Klaus Schwab hätte der deutschen Bundeskanzlerin und Architektin der umstrittenen europäischen Sparpolitik in Davos einige kritische Fragen stellen können, meint Werner Vontobel in einem offenen Brief.

Lieber Herr Schwab,

es ist zwar schon eine Woche her, aber es tut immer noch weh. Da haben Sie in Davos Frau Merkel zu Gast, die Architektin der umstrittenen europäischen Sparpolitik. Und was machen Sie daraus? Smalltalk von der smallsten Sorte.

Dabei hat Merkels Sparpolitik schon ziemlich viel kaputt gemacht: Die griechische Wirtschaft ist um 15 Prozent geschrumpft und schrumpft weiter, in Spanien haben 48 Prozent der Jungen keine Arbeit. Die Staatsschulden steigen überall weiter an. Und in Deutschland liegt der Einzelhandel heute unter dem Niveau von 1994.

Und nun? Frau Merkel schloss  ihre Davoser Rede mit dem untertänigen Wunsch an die versammelten Wirtschaftsbosse, sie möchten doch bitte, bitte beim nächsten Investitionsentscheid auch an Europa denken. Flammende Visionen sehen anders aus. Dann kamen Sie – und es kam nichts, keine kritische Frage, keine Alternative, null Ideen, nada, nothing, rien du tout. Nur ein Bild mit Symbolcharakter: Eine Machthaberin und ein devoter Stichwortlieferant. Das sind die Momente, in denen Europas Jugend das Vertrauen in die Politik verliert.  

Es muss ja nicht gerade ein Aufschrei sein, aber im Lungenkurort Davos hätte man wenigstens ein diskretes Hüsteln erwartet.

Kommentare (5)

  • Rolf  W , Biel
    Wie recht Herr Vontobel doch hat! Ich musste schon fast ko.... , als ich die Begrüssung von Frau Merkel sah. Das war Ar...kriecherei vom feinsten und dann eben seine Fragen. Das war heisse Luft und so überflüssig wie das WEF selber. Das einzig Positive an dieser Veranstaltung sind wohl die Treffen nach den offiziellen Anlässen. Herr Schwab ist und bleibt ein Ewiggestriger, der wie viele nichts dazu lernen.
    • 02.02.2012
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  • Frank  Bussmann , Solothurn
    Wie meinte doch jüngst der tschechische Aussenminister Schwarzenberg in einem Interview mit NZZ-Journalisten: Er sehe eine Revolution in Europa auf uns zukommen. Es seien jetzt - wie 1968, 23 Jahre eine Generation nach dem Ende des 2. WK - wieder 23 vergangen seit dem Zusammenbruch des Ostblocks . Zudem hätten wir eine weltweite Wirtschaftskrise. - Ich denke, der weise ältere Herr wird Recht behalten.
    • 02.02.2012
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  • Klaus  Mayer
    Wie recht Herr Vontobel hat. Die EU steuert in den Abgrund und niemand will es Wahrhaben. Woher sollen denn die armen Griechen das Geld nehmen um Schulden zurück zu bezahlen wenn sie keinen Verdienst mehr haben und kaum mehr was zu essen. Nicht nur Sparen wäre doch angesagt sondern die Wirtschaft in Griechenland an zu kubeln, damit wieder Geld verdient wird. Braucht man denn "gstudiert" zu sein, um das zu erkennen. Ich glaube nicht. Aber die EU Politiker merken sowas doch nicht. Wie auch.
    • 02.02.2012
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    • Frank  Bussmann , Solothurn
      Dazu bräuchte es jedoch inländische oder ausländische Investoren, die bereit wären, in Griechenland zu investieren. Hand aufs Herz: Würden Sie dort etwa einen Betrieb aufstellen? Denn augenscheinlich haben die Griechen das Arbeiten nicht erfunden. So wie es eigentlich nirgends erfunden worden ist, wo die Sarazenen Araber oder die Osmanen jemals geherrscht haben. Die Türkei selbst ist da inzwischen etwas weiter. Aber sonst?
      • 02.02.2012
      • als Kommentar auf Klaus  Mayer
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  • herby  gehri , Rüfenacht
    WEF. Es ist ohne Tote und Gewalt zu Ende gegangen, ohne Nutzen und Spätfolgen, Profitiert hat die Hotellerie, die Helis und das Taxi-Wesen. Wenigstens etwas.
    • 02.02.2012
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