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Preiskampf: Walmart, Aldi, Lidl – Caritas

Von Werner Vontobel | Aktualisiert um 00:55 | 10.01.2010
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Walmart, der mächtigste Detaillist der Welt, will die Preise um weitere fünf bis 15 Prozent drücken. Das verspricht nichts Gutes: Wo Walmart wütet, sinken die Löhne noch schneller als die Preise. Studien aus den USA zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen der Eröffnung von Walmart-Filialen und steigenden Armutsquoten.

Kein Wunder, denn der mittlere Walmart-Lohn reicht nicht, um eine dreiköpfige Familie ohne staatliche Nahrungsmittel-Gutscheine über die Runden zu bringen. Welch ein Abstieg. In den 60er-Jahren genügte ein Arbeiterlohn beim damals grössten Arbeitgeber GM, um einer ganzen Familie eine solide Mittelstandsexistenz zu sichern, Altersvorsorge inbegriffen.

In Deutschland sinken die Einkommen der ärmeren zwei Drittel der Bevölkerung seit zehn Jahren. Im Detailhandel liegen die Tariflöhne mit brutto 1200 bis 1500 Euro im Monat beim Existenzminimum für ein Paar mit Einzelkind. Rund die Hälfte aller Angestellten im Einzelhandel verdient aber deutlich unter Tarif. Sie müssen mit Staatsgeldern in Caritas-Läden einkaufen. Lidl, Aldi, Schlecker und Co. drücken sich selbst aus dem Markt.

Und die Schweiz? Märkte, so Ökonomieprofessor und Verhaltensforscher Ernst Fehr von der Uni Zürich, sind «kulturelle Leistung». Die Trennlinie zwischen Kultur und Unkultur liegt im Detailhandel.
Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist. (SonntagsBlick)
Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist. (SonntagsBlick)
Das sagen Blick.ch-Leser
Robert Allis, bern - 23:56 | 10.01.2010
» das Traurige ist dass wir diese Preisdruecker-Ketten in unser Land hereinlassen und dann auch noch mit unseren Einkaeufen unterstuetzen und dies ermoeglichen. Wir schneiden uns doch selbst ins Fleisch wenn wir meinen klever zu sein und bei denen einkaufen gehen. Ueberlegt doch mal ein bisschen. Mich trifft ihr jedenfalls nicht in diesen Laeden. Ich verdiene einen Schweizer Lohn und ich gebe das Geld auch bei CH Geschaeften aus damit meine Landsleute auch wieder einen CH Lohn verdienen usw.
Emil Sauer, Frankfurt - 21:19 | 10.01.2010
» Zuerst kommt immer der Preiskrieg - dann folgt die Entlassungswelle soweit wie möglich, zum Schluß werden die Löhne der restlichen Mitarbeiter masiv gedrückt, und wenn die Firma keine Luft mehr hat folgt der Ruin! Die Großen fressen die Kleinen! That's is business! --- Wohl dem der beim Staat arbeitet!
alois Leimgruber, Villmergen - 21:00 | 10.01.2010
» In Politik und Wirtschaft wird oben nur oben abgezockt und die unteren presst man aus wie eine Zitrone bis nichts mehr rauskommt. Das ist neue Wirtschaftsordnung die in unseren Hochschulen gelernt wird.
Ronald Stricker, Zürich - 18:31 | 10.01.2010
» Herr Loosli hatte 1992/1993 als COOP Zürich Chef Angestellte in Massen entlassen und uns Entlassenen allen(!) den Teil der Pensionskasse nicht mitgegeben, den der COOP für seine Angestellten einbezahlt hatte. Das Geld ist nach wie vor unser Geld und nicht COOP Geld! Alleine bei mir ca. CHF 10'000.00 plus 40 Jahre Verzinsung davon das mir für immer in meiner PK fehlen wird. Dass nenne ich Rentenklau. Wie kann man eine solche Pensionskasse auch noch lobend erwähnen?
Werner Kestenholz, Oberwil - 17:16 | 10.01.2010
» Wahrscheinlich muss, wer noch einen Job will jeden Monat Geld dem Arbeitgeber bringen. So weit haben wir es in der Schweiz gebracht. ich staune, dass Walmart, Aldi und Lidl die Preise nun bis zu 15 Prozent senken wollen. Dann sinken die Löhne sicher um bis zu 20 Prozent. Auf der anderen Seite, wer zu diesen Löhnen arbeitet ist selber Schuld (Alleinerziehende und da wo ein Einkommen erzielt werden muss ausgenommen).
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