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Globalisierung: Überall und immer, amen

Von Werner Vontobel | Aktualisiert um 00:55 | 06.12.2009
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Also sprach Doris Leuthard: «Die Eindämmung des Protektionismus und die Öffnung der Märkte sind der Schlüssel zu Wohlstand und Wachstum. In allen Ländern. Heute und morgen.»

Unsere Wirtschaftsministerin betete diese Woche bei der Tagung des WTO-Ministerrates in Genf einmal mehr das Mantra der Liberalisierung vor. Doch niemand glaubt ihr mehr.

Und zwar völlig zu Recht. Der freie Handel fördert das Wachstum, indem er mehr ­Arbeitsteilung schafft. Doch dieses Potenzial ist längst ausgereizt. Spezialisierung schafft ­inzwischen vor allem Abhängigkeit und Lohndruck. Produziert wird dort, wo die Kosten gerade am günstigsten sind.

Fällt der Dollar, verlegt Mercedes die Produktion von Sindelfingen (D) nach Tuscaloosa (USA). Wird der Milchmarkt geöffnet, verlieren Bauern ihre Existenz.

Der freie Welthandel hat ­seinen Zenit überschritten und ist heute weit davon entfernt, ein Motor des Fortschritts zu sein. Im Gegenteil, die Wachstumsraten sind gesunken, die globale Arbeitsteilung schafft weltweit Ungleichheit und ­Unsicherheit. Jedermann weiss das. Zu viele haben es schon am eigenen Leib erfahren.

Unser Bundesrat lässt sich davon nicht beirren und singt weiter das Hohelied des freien Handels. Diese Realitätsferne verunsichert die Stimmbürger. Wozu das führen kann, hat der vergangene Abstimmungs­sonntag gezeigt.
Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist. (SonntagsBlick)
Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist. (SonntagsBlick)
Das sagen Blick.ch-Leser
m.f salo, Genau - 18:13 | 06.12.2009
» ich bewundere Werner Vontobel guten Artikel. Er trifft den Nagel auf dem Kopf. Die Globalisierung hat sich nicht bewährt. Sie ist vor allem zum Nachteil der Bürger geworden. Wann wird das auch die ewig Grinsende Frau Br Leuthard verstehen? Oder will sie bewusst die Schweiz vernichten?
Peter Lüthi, Burgdorf - 11:34 | 06.12.2009
» BR Leuthard ist je länger je mehr untragbar im Bundesrat. Sie sollte abtreten. Sie will auf Teufel komm raus nicht einsehen, was andere Länder schon lange praktizieren. Heute gilt: Jeder ist sich selbst der nächste! Doch leider haben unsere Bundesräte noch immer Scheuklappen auf und machen einen auf Friede-Freude-Eierkuchen-Politik! In einem Jahr, wenn es apriori zu spät ist, wird es auch BR Leuthard einsehen müssen.
Albert Zimmermann, Uster - 08:16 | 06.12.2009
» Anstatt über das dumme Volk zu lamentieren, und überall weltweit den Einknickbückling zu machen, sollte unsere """Regierung""""" endlich das Volk abschaffen. Aber wie sagt man doch, jedes Volk hat die Regierung die es verdient und in Seldwyla werden Duschgel - Schuh - keine Krise und Weltreisliexpertinnen gar Bundesratspräsidentin. Wo genau in Afrika liegt diese Bananenrepublik?!?!?
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