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«The party is over» – die Party ist vorbei. Wir hätten viel zu lange über unsere Verhältnisse gelebt, jetzt müsse endlich gespart werden. Das war die unfrohe Botschaft, die uns 2011 von sämtlichen Kanzeln herab immer wieder gepredigt wurde.
Und jetzt steht Silvester vor der Tür. Dürfen wir das neue Jahr trotzdem im Party-Rausch beginnen? Was muss da der Kapitalmarkt von uns denken?
Keine Sorge! Selbst mit 3 Promille intus denkt jeder von uns noch immer klarer als der Kapitalmarkt, wenn er denn denken könnte.
Wie besoffen muss man denn sein, um nicht zu schnallen, dass die Marktwirtschaft längst nur noch im Party-Modus funktioniert. Alles an ihr ist auf Verschwendung programmiert.
Wir leisten uns Einkaufstempel, Luxusautos, Werbung bis zum Abwinken, ein gigantisches Finanzkasino.
«We shop until we drop» – wir kaufen ein bis zum Umfallen. Und haben dennoch europaweit 10 Prozent Arbeitslose und 20 Prozent Unterbeschäftigte.
Erst in der Silvesternacht, wenn die Champagner-Korken knallen und uns der Kaviar sauer aufstösst, erst dann erreichen wir die Konsumleistung, die nötig wäre, um unseren wichtigsten Vorsatz in die Tat umzusetzen: Eine Welt ohne Arbeitslosigkeit.
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Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist.