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Tausende Pakete werden täglich zwischen Versandhäusern und Kunden hin- und hergeschickt. (sda)
Überall steigt die Arbeitslosigkeit, doch jetzt brummt ein neuer Job-Motor: Shoppen über das Internet. Doch ist das ein Zeichen der Hoffnung oder der Krise?
Der Name ist erfunden, aber der Vorgang ist real und typisch: Anita Blau, Sachbearbeiterin bei einer Versicherung, kleidet sich gerne schick, will dafür aber nicht allzu viel Geld ausgeben.
Also nützt sie die Mittagspause, um rund um die Zürcher Bahnhofstrasse schöne Kleider zu suchen. Sie findet ein paar gute Stücke, doch leider passt jedes Mal die Farbe nicht. «Sorry», sagt sie und lässt die anprobierten Kleider in der Umkleidekabine liegen. «Kein Problem», sagt die Verkäuferin und räumt auf.
Für Anita Blau ist es jetzt ein Kinderspiel, bei einem Internethändler die Kleider auszusuchen in passender Grösse und Farbe. Noch ein Click mit der Maus und die Bestellung geht ab.
Was die Mausklicks auslösen, konnte man kürzlich bei Günter Wallraff nachlesen. Er hat sich als Beifahrer bei einem Paketzusteller verdingt und ist für einen Stundenlohn von 6 Euro durch Deutschland getingelt.
Tatsache ist: Der Versandhandel boomt. Aber es herrscht ein ungeheurer Preisdruck, der voll auf Unterlieferanten und auf Beschäftige abgewälzt wird.
Die Ursachen für den Preiskampf: Die meisten der gelieferten Kleider werden zurückgeschickt. Bei Zalando sind es gemäss «Financial Times Deutschland» 60 Prozent. Weil Farbe oder Grösse eben doch nicht passen. Von 100 Paketen bleiben also nur 40 beim Kunden.
Dazu kommen die Rechnungen, die nicht bezahlt werden, Ware, die beim Transport beschädigt wird, Stunden im Stau etc.
Um die externen Kosten müssen sich die Internet-Händler nicht kümmern, die fallen bei traditionellen Modehäusern an, bei denen Anita Blau schnell man die Umkleidekabinen und das Verkaufspersonal gratis in Anspruch nimmt – solange es sie noch gibt.
Immerhin schaffe seine Branche Jobs, meint Stefan van Hoof, Geschäftsführer des Zalando-Regionallagers in Grossbeeren, DE, gegenüber der «Financial Times Deutschland». 400 Leute beschäftigte er schon heute, weitere 250 will er nächstes Jahr einstellen. Darüber hinaus seien 6500 Arbeitsplätze im Güterverkehr entstanden.
Der Internet-Handel ist in der Tat eine der wenigen Branchen, die noch Jobs schaffen. Ein Zukunftsmodell ist er dennoch nicht. Denn von den tiefen Löhnen können viele nicht leben.
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