Falsche Rezepte Mit Zuwanderung die AHV retten?

  • Publiziert: 31.10.2012
  • Von Werner Vontobel

Der Autor

Werner Vontobel Werner Vontobel
Der Volkswirtschafts-Experte der BLICK-Gruppe.

Die Zuwanderung hält an: Dank tiefster Steuern kommen immer mehr reiche Ausländer und Firmen in die Schweiz. Doch einige wollen noch mehr — um die AHV zu retten. Nur bringt das nichts.

Ja! Wir haben den Standortwettbwerb gewonnen. Kein anderes Land der Welt – ausser den Cayman Islands – lockt pro Kopf soviele reiche Firmen und Steuerzahler an. Die stolzeste Kennziffer dieses Sieges ist die Einwanderung: Im Schnitt wächst die Bevölkerung jedes Jahr um 1 Prozent.

Doch das sei nicht genug, sagen die Prediger des Standortwettbewerbs. Um die AHV-Rechnung trotz steigender Lebenserwartung auszgleichen, müssten wir doppelt so viele junge Arbeitskräfte anlocken und die Bevölkerung bis 2040 auf 17 Millionen steigen lassen.

Das ist Unsinn. Richtig ist, das uns die steigende Lebenserwartung zum Handeln zwingt - AHV-Renten senken, die Beiträge erhöhen und das Rentenalter hinauf setzen. Eine dieser drei Tasten müssten wir drücken.

Mit sehr viel mehr Einwanderung können wir den Entscheid zwar hinauszögern, schaffen damit aber tausend neue Probleme.

So verzweifelt ist die Lage übrigens nicht: Steigt die Produktivität wie bisher, verdienen wir 2040 pro Stunde rund einen Drittel mehr als heute. Verwenden wir die Hälfte davon für eine Erhöhung der AHV-Beiträge, ist das Problem gelöst – ganz ohne reale Einbussen und ohne Einwanderung.

Aber leider auch ohne fette Schlagzeile.

Beliebteste Kommentare

  • Albert  Trudel , Rapperswil
    Es gäbe noch andere Tasten, die wir drücken könnten als Renten senken, Pensionsalter heraufsetzen oder die Beiträge zu erhöhen. Beipielsweise könnte die Schweiz weniger ausländische Projekte subventionieren oder ganz generell weniger Geld ins Ausland "verschenken". Dann würde es der AHV-Kasse wieder blendend gehen.
  • Roberto  Gloor , Zürich , via Facebook
    Wenn nur sehr wohlhabende Einwanderer kämen - ein paar tausend Pauschalbesteuerte - so hätten wir keine Probleme. Leider ist der durchschnittliche Einwanderer weder besonders reich noch super ausgebildet - in den EU-Staaten ist einfach die Uni- bzw. Maturquote höher, diese Ausbildungen sind oft weniger Wert als eine Lehre in der Schweiz.

Alle Kommentare (14)

  • Peter  Stoffel , Rorschach
    Gut und recht - doch die AHV-Rente senken bedeutet mehr Verlagerungen hin zum Sozialamt, denn schon die heutige Maximal-Ahv von Fr. 2320.- reich nicht zum Leben in der Hochpreisinsel Schweiz, Herr von Tobel.
    • 01.11.2012
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  • nima  fischer , Zofingen
    Mit. moderaten Erhöhungen von AHV-Beiträgen und/oder MwSt kann diesem Problem begegnet werden. Auch bei der Merz"schen Unternehmensssteuerreform müssten die gemachten Fehlet korrigiert werden. Analysen von UBS- Bankern taugen da. sehr wenig!
    • 31.10.2012
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  • Roger  Garnier , Buchs ZH
    Hätte man vor jahrzenten die arbeit im bundesrat richtig gemacht wären wir heute nicht da wo wir sind.
    Erhöht endlich den Mitarbeiter Beitrag um 1 Prozent und den Arbeitgeber Beitrag um 2 Prozent und wir sind das Problem los.
    Rentenkürzungen kommen nicht in Frage!!!!
    Stop die sinnlosen Ausgaben für Entwicklungshilfe, Olympia und andere dubiose Ausgaben!! Abschaffen der ALTBUNDESRATS Renten wäre auch noch ein Weg.
    Liebe Bundesräte denkt endlich mal an EUER Volk, wir haben genug Armut im eigegnen Land.
    Entweder ihr arbeitet endlich oder verlasst eure Sessel in Bern!!
  • Rudolf  Ryf , Pieterlen , via Facebook
    Mit Zuwanderung die Sozialversicherungen stabilisieren ist eine der schwachsinnigsten Ideen, denn auch Zugewanderte werden älter und werden somit von Beitragszahlern zu Bezügern. Die AHV ist wie die Krankenversicherung vermehrt über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zu finanzieren. Im Vergleich zum Ausland sind unsere Mehrwertsteuersätze noch bescheiden.
  • Hanspeter  Niederer
    Dies leuchtet jedem Deppen ein - aber nicht den "Experten". Das Tabu des Wachstumsstopps muss scheinbar durch soziale Unruhen gebrochen werden, die "gescheiten" und gierigen Eliten sind dazu weder fähig noch willens.
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