EU will Mindestlöhne senken Im Würgegriff der Eurokraten

  • Publiziert: 08.02.2012

Der Autor

Werner Vontobel
Werner Vontobel
Der Volkswirtschafts-Experte der BLICK-Gruppe.

Werner Vontobel über das falsche Vorgehen im Fall Griechenland. Und die verheerenden Folgen davon.

Das Schlimmste ist das totale Unverständnis für das Funktionieren einer Marktwirtschaft: In Griechenland beträgt der Mindestlohn 750 Euro. Das reicht knapp zum Leben, aber nicht zum Arbeiten.

Denn was man für den  Mindestlohn monatlich leisten kann, lässt sich auch in Griechenland mit einer 8-Stundenwoche locker herstellen.  

Ein Grieche produziert im Schnitt gut 25 Euro pro Stunde, wenn er vier mal 8 Stunden arbeitet, bringt es es im Monat auf 800 Euro, das ist mehr als der Mindestlohn.

Inzwischen vegetiert  jeder Dritte Grieche auf diesem Niveau. Kein Wunder liegt die Arbeitslosenquote inzwischen bei 18 Prozent – Auswanderer nicht eingerechnet.

Und nun will die EU den Mindestlohn auf 500 Euro senken – das Niveau von Portugal.

Die einzigen Profiteure dieser Massnahme werden Griechenlands Unternehmehmen sein.

Sie konnten schon bisher trotz der Krise aber dank sinkenden Lohnkosten ihren Netto-Cashflow (Reingewinn nach Investitionen) von von minus 1 auf plus 9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigern.

Und weil die Unternehmer wegen der Krise nicht mehr in Griechenland investieren, fliesst dieses Geld ins Ausland.

Nach neuesten Zahlen liegt das Haushaltsdefizit immer noch bei 11 Prozent des BIP.

Athen habe seine Hausaufgaben nicht gemacht, sagen die Eurokraten. Dass sie selbst noch nicht einmal das kleine volkswirtschaftliche Einmaleins beherrschen, ist  kein Thema.

Kommentare (2)

  • Ewald  Rindlisbacher , Grayland
    Das einzige was Griechenland machen muss ist den Staatshaushalt schrumpfen zum absoluten Minimum. Programme enden und die Staatsangestellten feuern. Die Marktwirtschaft machen lassen. Dann koennte die Wirtschaft von unten wieder aufgebaut werden.
    • 09.02.2012
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  • Charles  Royal
    Sehr geehrter Vontobel,

    Gerne würde ich Ihre Argumentationskette besser verstehen. Sie macht für mich absolut keinen Sinn:

    1 "Inzwischen vegetiert jeder Dritte Grieche auf diesem Niveau. Kein Wunder liegt die Arbeitslosenquote inzwischen bei 18 Prozent – Auswanderer nicht eingerechnet." - Ihre Logik besagt, ein höherer Lohn heisst weniger Arbeitslosigkeit? Oder anders ausgedrückt, die hohe Arbeitslosigkeit rührt daher, dass sich viele Leute weigern, zu tiefen Löhnen zu arbeiten?
    2 "Und weil die Unternehmer wegen der Krise nicht mehr in Griechenland investieren, fliesst dieses Geld ins Ausland." - Sie schlagen also vor, zur Strafe für diejenigen, die trotzdem Krise die verrückte Idee haben, vor Ort zu investieren, die Lohnkosten hochzuhalten?
    3 "Ein Grieche produziert im Schnitt gut 25 Euro pro Stunde, wenn er vier mal 8 Stunden arbeitet, bringt es es im Monat auf 800 Euro, das ist mehr als der Mindestlohn." - Dann können doch alle Unternehmer werden, oder?

    Die Eurokraten beherrschen noch nicht einmal das kleine volkswirtschaftliche Einmaleins, sagen Sie. Dass ich in Ihrem gesamten Text kein einziges zusammenhängendes Argument entdecke, das diese Aussage unterstützt, ist kein Thema.

    Gerne würde ich mich über eine Aufklärung freuen.

    Freundliche Grüsse
    Charles
    • 08.02.2012
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