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Wenn nicht bald die Energiewende kommt, kippt das Klima. Kopenhagen war kein Flop, sondern ein Desaster, und die Umweltschützer sind zu Recht enttäuscht.
Doch auch die Wirtschaft kann kippen. Zwar liegt noch immer viel Öl in der Erde, doch die Förderung wird immer teurer. Für alternative Energien hingegen gilt: je mehr, desto billiger. Solarstrom wird bei jeder Verdoppelung der Produktion um 20 bis 25 Prozent billiger.
Schon heute sind regenerative Energien für viele Anwendungen konkurrenzfähig – auch ohne Subventionen: Moderne Wohnhäuser kommen mit 90 Prozent weniger Energie aus. Coop will bis 2023 den CO2-Ausstoss um 60 Prozent senken und dabei jährlich 70 Millionen Franken sparen. Für die Autos dauert die Umstellung länger, doch auch hier wirkt der Kipp-Effekt – die Tage des Benzin-Motors sind gezählt.
Es lebe die Batterie!
Selbst dort, wo Alternativen noch teurer sind, können sie sich volkswirtschaftlich lohnen. Warum Arbeitslosengelder zahlen, wenn man für dasselbe Geld mehr Leute in Umweltindustrien beschäftigen kann?
Vergessen wir Kopenhagen. Wenn die Industriestaaten kräftig vor der eigenen Tür kehren, dann kippen bei der nächsten Klimarunde in Mexiko auch China und Indien ins Lager der Umweltschützer.
Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist.
- SonntagsBlick