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Ausgezeichnet für ihre Arbeit über Märkte: Lloyd Shapley (links) und Alvin Roth.
(Reuters)Wirtschafts-Autor Werner Vontobel fragt sich: Warum gibts den Wirtschaftsnobelpreis nicht für Antworten zu aktuellen Fragen?
Hallo, alle mal herhören: Falls Ihr einen Markt für Nierenspenden organisieren wollt, kommt es darauf an, ob die Niere den Empfänger wählen kann oder umgekehrt. Und zudem empfiehlt es sich, den Austausch über eine Zentrale zu organisieren.
Diese Erkenntnis verdanken wir den beiden neuen Nobelpreisträgern für Ökonomie, Alvin Roth und Lloyd Shapley.
Na und? Haben wir keine anderen Probleme?
Ist in Europa nicht jeder dritte Jugendliche ohne Arbeit. Steht nicht der Euro vor dem Zusammenbruch?
Entweder gibt es keine Ökonomen, die zu diesem Thema etwas zu sagen haben. Oder das Nobelkomitee lebt in einem Elfenbeinturm fernab der Probleme, mit denen wir Normalsterblichen uns herum schlagen müssen.
Dennoch haben uns die zwei etwas sagen, was uns an die Nieren geht. Sie haben zwei ganze Forscherleben lang darüber nachgedacht, unter welchen Bedingungen Märkte rational funktionieren. Ob es etwa eine zentrale Koordinationsstelle braucht? Welche Koalitionen unter den Marktteilnehmern möglich sind. Wer zuerst eine Offerte machen kann. Und, und, und.
Offenbar gehen Roth und Shapley also nicht davon aus, dass Märkte immer rational funktionieren. Das müssten einige viele erst einmal tief einsinken lassen.
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