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Und der Sieger heisst … Griechenland! Dort ist die Wirtschaft in den fünf Boom-Jahren bis 2008 um 17,8 Prozent gewachsen – schneller als in allen anderen Euroländern, doppelt so schnell wie in Deutschland.
Der Grund: In Hellas und dem zweitplatzierten Spanien sind die Reallöhne um gut sechs Prozent gestiegen. Sie haben Konsum und Produktion angetrieben. Deutschland hingegen zeigt, wie man es nicht machen darf: nur 0,5 Prozent Lohnanstieg, magere 1,5 Prozent mehr Privatkonsum, und das in fünf Jahren Boom. Dass die Deutschen ihr BIP dennoch um 8,6 Prozent steigern konnten, verdanken sie allein der Nachfrage aus Griechenland, Spanien, Irland und den USA.
Zum Dank würgen jetzt die Sparneurotiker in Berlin und Brüssel den Griechen – und sich selbst – den Nachfragemotor ab. Begründung: «Die leben über ihre Verhältnisse.» Blödsinn! Sogar die neoliberalen Ökonomen der OECD sagen, dass Griechenland aus dem Stand acht Prozent mehr produzieren könnte, also weit unter seinen Verhältnissen lebt.
Ganz hinten in der Euro-Wachstumsrangliste steht übrigens Portugal, dem 2002 von der EU dasselbe Sparprogramm verordnet wurde wie heute Griechenland und Spanien.
Seither steht Portugals BIP pro Kopf still und die Beschäftigung ist um neun Prozent geschrumpft. Ein toller Erfolg …
Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist.
- SonntagsBlick