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Zwei Schlagzeilen dieser Woche: Novartis erzielt Rekordgewinn von zehn Milliarden Dollar; John Roberts, oberster US-Richter, erlaubt den Firmen Parteispenden in unbegrenzter Höhe. Haben sie etwas miteinander zu tun? Leider ja.
Der Pharma-Markt, auf dem Novartis 84 Prozent des Gewinns erzielt, ist keiner. Bei einer Gewinnmarge von 28,5 Prozent kann von Preiswettbewerb keine Rede sein. In den USA liegen Preise und Margen am höchsten, weil dort die Pharma-Lobby besonders stark ist.
Sie hat bisher unter anderem verhindert, dass die staatlichen Krankenkassen Medicaid und Medicare die Preise direkt mit den Pharmakonzernen aushandeln dürfen. In der Schweiz wacht Novartis-Chef Vasella persönlich darüber, dass Parallelimporte verboten bleiben.
Die Pharma-Multis haben in den USA, in der Schweiz und anderswo faktisch die Lizenz zum Eintreiben einer Pillensteuer. Dass sie damit sogar im Krisenjahr 2009 mehr Einnahmen denn je generiert haben, zeigt, wie wehrlos die Kranken gerade in Zeiten mit hoher Arbeitslosigkeit sind – die Arbeitnehmer übrigens auch. Was sich auch daran ablesen lässt, dass Novartis 2009 die Lohnkosten pro Kopf senken konnte.
Dank Richter Roberts wissen die Pharma-Multis jetzt wenigstens, was sie mit ihren überflüssigen Milliarden kaufen können – und wen.
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Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist.