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Pharma-Multis: Globale Steuereintreiber

Von Werner Vontobel | Aktualisiert um 00:40 | 31.01.2010
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Zwei Schlagzeilen dieser Woche: Novartis erzielt Rekord­gewinn von zehn Milliarden ­Dollar; John Roberts, oberster US-Richter, erlaubt den Firmen Parteispenden in unbegrenzter Höhe. Haben sie etwas mit­einander zu tun? Leider ja.

Der Pharma-Markt, auf dem Novartis 84 Prozent des Gewinns erzielt, ist keiner. Bei ­einer Gewinnmarge von 28,5 Prozent kann von Preiswettbewerb keine Rede sein. In den USA liegen Preise und Margen am höchsten, weil dort die Pharma-Lobby besonders stark ist.

Sie hat bisher unter anderem verhindert, dass die staatlichen Krankenkassen Medicaid und Medicare die Preise direkt mit den Pharmakonzernen aushandeln dürfen. In der Schweiz wacht Novartis-Chef Vasella persönlich darüber, dass Parallel­importe verboten bleiben.

Die Pharma-Multis haben in den USA, in der Schweiz und anderswo faktisch die Lizenz zum Eintreiben einer Pillensteuer. Dass sie damit sogar im Krisenjahr 2009 mehr Einnahmen denn je generiert haben, zeigt, wie wehrlos die Kranken gerade in Zeiten mit hoher A­rbeitslosigkeit sind – die Arbeitnehmer übrigens auch. Was sich auch daran ablesen lässt, dass Novartis 2009 die Lohnkosten pro Kopf senken konnte.

Dank Richter Roberts wissen die Pharma-Multis jetzt ­wenigstens, was sie mit ihren überflüssigen Milliarden kaufen können – und wen.
Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist. (SonntagsBlick)
Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist. (SonntagsBlick)
Das sagen Blick.ch-Leser
Mari Larsa, Neubabylonien - 22:35 | 31.01.2010
» Wieso die überflüssigen Milliarden verpulvern wenn man gemäss Gesetz steuerfreie Rücklagen für Zwecke der wissenschaftlichen und technischen Forschung stapeln kann...
Markus Tengg, Muolen - 08:46 | 31.01.2010
» Wann wachen wir entlich auf? Die Grosskonzerne machen immer mehr Gewinn, die Krankenkassen werden immer teurer und wer darf dass alles finanzieren? Richtig das liebe volk. Ach ja, und wenn man sich dann verspekuliert, da gibt's ja noch die Steurgelder die man auch noch kriegt.( Siehe UBS ) Meine Herrn Politiker wie lange wollt Ihr so weiter machen?
Tobias Hagen, Zürich - 08:39 | 31.01.2010
» Eine politische Partei ist frei zu entscheiden, ob sie eine Lobby vertreten will oder ob sie mit dem Prädikat "lobbyfrei" bei den Wählern buhlen will.
Fredy Speed, Lugano - 08:25 | 31.01.2010
» Damit hat Hr. Vontobel wieder erneut die Wahrheit gesagt. Ich würde noch etwas weitergehen und sagen: Früher hatten wir in der Regierung LANDESVÄTER, heute haben wir mehrheitlich LANDESVERRÄTER, die für den persönlichen Abzock ihr eigenes Volk verkaufen und verraten!!!
Bea Habegger, Bern - 07:51 | 31.01.2010
» Wer sagts denn? Bis anhin regierten UBS und Co., jetzt Novartis etc. Wann wird das Volk wohl wieder vertreten durch die gewählten Politiker. Weder Banken noch Pharmakonzerne verdienen den Volksvertretern ihre Gagen, es ist nach wie vor die real arbeitende Bevölkerung, welche man derzeit mit allen Mitteln krank zu reden ersucht, um die Pharmaindustrie hochzuhalten. Auch diese "Manager-Eiterbeule" wird platzen, wenn unsere Politik weiter den Winterschlaf des Gerechten innehält.
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