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Die SVP mag zwar die Deutschen nicht, kämpft aber für den Schutz ihrer Privatsphäre. Ein nobles Anliegen, denn zu viele Deutsche sind schon «gläserne Bürger». Der Staat weiss alles über sie und redet ihnen überall drein.
Sogar in den eigenen vier Wänden: Immer wieder lassen deutsche Staatsbüttel einzelne Zimmer versiegeln, damit Hartz-IV-Empfänger nicht mehr Wohnkomfort geniessen, als Hartz IV erlaubt. Auch die Nutzungsdauer der Unterwäsche ist reglementiert, mit unterschiedlichen Fristen für Frauen und Männer.
Die Zahl der gläsernen Bürger nimmt laufend zu. Weil der Mindestlohn kürzlich aufgehoben wurde, verdienen jetzt auch viele Pöstler weniger, als sie zum Leben brauchen – und müssen sich unter das Joch von Hartz IV begeben.
Doch die armen Deutschen interessieren die SVP bei deren Kampf um die Privatsphäre nicht. Die Partei der kleinen Schweizer will vielmehr die reichen deutschen Steuerhinterzieher schützen.
Und die Pfründen der Schweizer Banker, welche die SVP mitfinanzieren.
Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist.
- SonntagsBlick