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Nationalbank-Vize Philipp Hildebrand bringt es auf den Punkt:» Das Finanzsystem muss so weit gebracht werden, dass es zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum beiträgt.» Fragt sich bloss,wie?
Die Nationalbank tut zwar, was sie kann, doch das Problem liegt weniger im Finanzsystem selbst als in seiner Beziehung zur Realwirtschaft. Nicolas Hayek, Swatch-Gründer und gelernter Ingenieur, setzt deshalb den Hebel bei der Aktienbörse an. Er will, dass diese Schnittstelle zwischen Finanz-und Realwirtschaft nicht mehr von Banken und Spekulanten verwaltet wird, sondern von den Unternehmern selbst. So könnte der kasinoartige Handel mit Firmen unterbunden werden.
«Kontrapunkt», eine Gruppe von wertkonservativen Professoren, ist noch radikaler: Mit einer Erbschaftssteuer und höheren Steuersätzen für Spitzenverdiener soll die Anhäufung grosser Finanzvermögen erschwert werden. Zudem wollen sie die Finanzmärkte analog zu den Stromversorgern als «Service public» staatlich regulieren.
Was Hildebrand andeutet, belegt der neue Jahresbericht der IAO mit erschreckenden Fakten: Das Finanzsystem behindert ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum, und zwar nicht erst seit der Krise.
Das Reformziel ist klar: Die Welt braucht ein wirtschaftstaugliches Finanzsystem.
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Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist.