Was Frankreichs Wahlen bedeuten: Eine Abfuhr für Merkozy

  • Publiziert: 24.04.2012
  • Von Werner Vontobel

Der Autor

Werner Vontobel Werner Vontobel
Der Volkswirtschafts-Experte der BLICK-Gruppe.

Das von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy diktierte Sparpaket lähmt Europa. Und hilft jetzt François Hollande bei den Wahlen in Frankreich.

Die Wahlen in Frankreich haben einen klaren Verlierer – Nicolas Sarkozy und Angela Merkel. Bekannt als Merkozy. 

Die Politik des sturen Sparens und bedingungslosen Festhalten am Euro hat eine Abfuhr erlitten.

Sogar Sarkozy selbst hat sich schon früh im Wahlkampf von Angela Merkel distanziert. Er hat im zweiten Wahlgang nur dann eine kleine Chance, wenn er dies noch viel stärker tut.

Sparpolitik zerbricht Regierungen

Am gleichen Wochenende sind aber auch noch die Regierungen in den Niederlanden und in Tschechien  am Berliner Spardiktat zerbrochen.

Damit sind auf einen Schlag alle freiwilligen Verbündeten von Angela Merkel abgefallen. Auf ihrer Seite stehen nur noch die Brüsseler Bürokraten und die Märkte.

Die Frage ist, ob diese reicht, um Spanien, Italien, Portugal, Irland und Griechenland weiterhin unter der Sparknute zu halten. Kaum.

Der Sparzwang schadet Europa

Wenn es Frankreich wagt, einen besseren Weg zu suchen, können auch Monti (Italien), Rajoy (Spanien) und Papadimos (Griechenland) ihre Völker nicht mehr lange mit kontraproduktiven Merkozy-Programmen plagen.

Und vielleicht sind ja die Märkte intelligenter als Angela Merkel meint. Möglicherweise sind sie ja vor allem deshalb sauer und verunsichert, weil Europa trotz- oder vielmehr wegen Merkozy immer tiefer in der Krise versinkt.

Alle Kommentare (1)

  • Werner  Schranz , Cabriéres dAvignon
    Ich glaube viele "sogenannte Experten" wie Werner Vontobel machen es sich etwas zu einfach wenn sie das erste Wahlresultat
    aus Frankreich interpretieren. Sarkozy ist bestiimt nicht am Europ.
    Sparpaket gescheitert. Die Franzosen ticken einfach anders. Auch sie müssen endlich begreifen dass man nur das Geld ausgeben kann
    welches man einnimmt. Das Französische Volk ist einfach nicht bereit Einschränkungen vorzunehmen. Wenn solche anstehen, wir einfach einmal zuerst gestreikt d.h. dringende Restruktionen werden vorerst einmal im Keime erstickt. Falls Holland der nächste Französische Präsident ist, wird er sich bei seinen Landleuten die Zähne ausbeissen. Aussenpolitisch kann er so oder so nicht viel ändern. / Werner Schranz
    • 24.04.2012
    • 2
    • 0

Top 3

1 Ungleichheit Wie die OECD ihre eigene Studie türktbullet
2 EU-Rettungspläne Feldversuche in Irland und Griechenland – ein...bullet
3 Wer profitiert? Bundesrat Bersets Loblied auf die Globalisierungbullet

Wirtschaft