Vontobels Kolumne «Geld und mehr» Die Kosten der Einsamkeit

  • Publiziert: 21.12.2011, Aktualisiert: 14.01.2012
  • Von Werner Vontobel

Jetzt wöchentlich auch online: Wirtschaftsjournalist Werner Vontobel mit seiner Kolumne «Geld und mehr». Heute gehts um Weihnachten und das nicht ganz billige Alleinsein.

Süsser die Glocken nie klingen… Kann ja sein. Sicher aber ist, dass Einsamkeit nie bitterer schmeckt als zu der Wä- hei- nachtszaa-it.

Zeit also, einmal über die Kosten der zunehmenden Einsamkeit nachzudenken. Sie sind enorm. Allein, statt zu zweit zu leben, kostet mehr Lebensqualität als ein Abstieg vom obersten ins unterste Drittel der Einkommenspyramide.

Zwei Stunden Arbeitsweg erschweren die Pflege von sozialen Beziehungen derart, dass es 40 Prozent Lohnerhöhung bräuchte, um den erlittenen Verlust an Lebensqualität auszugleichen.

Der Preis für diese Lebensqualität ist die Sesshaftigkeit. Doch wer beim Kampf um einen Job nur schon in die engere Auswahl kommen will, muss erst einmal einen Treubeweis erbringen. Muss bereit sein, notfalls Freunde, Frau und Verwandte zurückzulassen.

Sesshaftigkeit gilt als Leistungsverweigerung.

Ausserdem fördere Mobilität die Effizienz. Die richtige Person, im richtigen Moment, am richtigen Ort. Just in time – anytime. Kann ja sein, dass man auf diese Art die Produktionskapazität des Faktors Arbeit um 3,5 Prozent steigern kann.

Was aber, wenn der Faktor Arbeit lieber Mensch sein möchte?

play Werner Vontobel, Wirtschafts-Experte.

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