Pensionskassen Die ganz grosse Enteignung

  • Publiziert: 16.05.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Werner Vontobel

Unser Rentensystem steckt in einer tiefen Krise. Die Pensionskassen sind gezwungen, Renten zu zahlen, die sie nicht finanzieren können.

Unser Rentensystem steckt in einer tiefen Krise. Die Pensionskassen sind gezwungen, Renten zu zahlen, die sie nicht finanzieren können. Dazu bräuchten sie gut 4,5 Prozent Rendite. Im Schnitt der letzten acht Jahre erzielten sie aber je nach Quelle nur 0 bis 1 Prozent. Praktisch haben damit die aktiven Arbeitnehmer rund ein Viertel ihrer BVG-Beiträge unfreiwillig den Rentnern überwiesen.

Diese Woche trafen sich im Zürcher Kongresshaus Hunderte Säule-Funktionäre – Banker, Versicherer, PK-Direktoren. Hauptthema: Wie gut müssen wir das Geld anlegen, damit die Kassen wieder gesund werden? Erkenntnis: Bei einem Ertrag von 4,8 Prozent ist bis 2013 alles wieder im Lot.

Aber das sind Luftschlösser. Die Pensionskassen können nur dann nachhaltig Renditen von 5 Prozent erzielen, wenn entweder die Inflation über 3 Prozent klettert, oder die Profite wieder deutlich schneller steigen als die Löhne – bis zum nächsten Crash. Von beiden Übeln ist das zweite das weitaus grössere.

Doch was, wenn die Pensionskassenverwalter dieses Übel aus eigener Kraft herbeiführen? Sie entscheiden, wo investiert wird und wo nicht. So können sie hohe Renditen notfalls erzwingen. Dann hiesse es: Renten saniert – Löhne und Arbeitsplätze ruiniert.

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Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist.

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