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Jetzt reichts! Seit acht Jahren stagniert in unserem Nachbarland der private Konsum. Der Druck auf die Löhne treibt immer mehr Deutsche in die Armut und ins Ausland. Die massiven Exportüberschüsse reissen Löcher in die Handelsbilanzen der Handelspartner.
Und jetzt, da eine globale Rezession droht, zelebriert Berlin den Sonderfall und will weiter sparen: Steuern senken sei zwecklos, meint Finanzminister Peer Steinbrück, die Deutschen sparten ohnehin jeden Euro. Den Konsum anzukurbeln, sekundiert die Kanzlerin, bringe nichts. Deutschlands Konjunktur hänge bekanntlich von den Exporten ab. Zudem dürfe man den Budgetausgleich nicht gefährden.
Kein Wunder, mehren sich weltweit die Stimmen, die Berlin zur Vernunft drängen. In der Tat: Wenn Deutschland wenigstens gleich viel konsumieren würde, wie es produziert – und das ist wirklich nicht viel verlangt –, käme das einem Ankurbelungsprogramm von 200 Milliarden Euro oder gut fünf Millionen Jobs gleich. Damit ist umgekehrt auch gesagt, wie schwer Deutschland dem Rest der Welt auf der Tasche bzw. auf dem Arbeitsmarkt liegt.
Ähnliches gilt übrigens für die Schweiz, das muss der Fairness halber gesagt werden. Proporzional gesehen sind wir sogar die grösseren Spar-Egoisten.
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Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist.