Bankenkrise Das nächste Desaster

  • Publiziert: 16.08.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Werner Vontobel

Ist die UBS noch zu retten? Wird sie ihre Kosten stark und die Ausleihungen radikal genug reduzieren, um bald wieder eine gesunde Bilanz- und Erfolgsrechnung vorzuweisen? Gebannt schauen wir bei der Sanierung der angeschlagenen Grossbanken zu – und merken nicht, dass damit das nächste Desaster vorbereitet wird.

Dabei ist es ganz einfach. Ob die Guthaben der Banken auch nächstes Jahr noch etwas wert sind, hängt davon ab, ob die Wirtschaft gesund bleibt. Das aber bleibt sie nur, wenn weiter konsumiert und investiert wird. Die Grossbanken aber tun zurzeit alles, um genau dies zu verhindern: Sie bauen Personal ab, sie kürzen Löhne, sie verknappen die Kredite und verteuern ihre Leistungen. Die UBS erzielt im Schweizer Geschäft eine Gewinnmarge von 49 und eine Eigenkapitalrendite von 56 Prozent.

Die Rezession werde wohl noch ein paar Quartale dauern, meinte UBS-Chef Marcel Rohner, man erlebe jetzt halt einen «Prozess der Entschuldung». So als wären die Banken bloss passive Opfer einer unabänderlichen Entwicklung. So wie sie Opfer der Zentralbanken wurden, die sie mit viel zu billigem Geld böswillig dazu angestiftet hatten, Hunderte von Milliarden leichtsinnig anzulegen.

Wann begreifen die Bankenchefs, dass sie nicht nur gegenüber ihren Aktionären Verantwortung tragen, sondern vor allem auch gegenüber der Gesellschaft?

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Werner Vontobel, Wirtschaftspublizist.

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